ÖAW, AIT und IV fordern Offensive für Stärkung des Forschungsstandorts Österreich

Faßmann, Bach, Neumayer: adäquate Finanzierung entlang der gesamten Innovationskette, stärkere Einbindung in europäische Initiativen, Attraktivierung des Standorts für Top-Talente.

Wissenschaft, Forschung, Technologie und Innovation sichern Arbeitsplätze und Wohlstand, liefern Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit und sind wesentliche Grundlage für unsere Souveränität und Resilienz. Kurz: Sie verbessern das Leben von allen Menschen in Österreich. Daher müsse mehr unternommen werden, um Österreich als Forschungs- und Innovationsstandort zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten, machten Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Brigitte Bach, Sprecherin der Geschäftsführung des AIT Austrian Institute of Technology, und Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im APA Pressezentrum deutlich. „Die Herausforderungen und Chancen, die sich aus der aktuellen Krisendynamik und den laufenden Transformationsprozessen ergeben – insbesondere in den Bereichen Dekarbonisierung, Digitalisierung und demographische Entwicklung – müssen zu einer Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit genutzt werden“, betonten die drei Spitzenrepräsentanten der zentralen Player entlang der gesamten Innovationskette. Sie stellten die aus ihrer Sicht wesentlichen Punkte für eine notwendige Forschungs- und Technologieoffensive vor:

  • Attraktivierung des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Österreich durch eine innovationsfreundliche Regulierung, Bürokratieabbau und ein Heben des öffentlichen Bewusstseins für die zentrale Bedeutung von Wissenschaft, Forschung und Technologie für Wirtschaft und Gesellschaft
  • FTI-Finanzierung mit klarem Wachstumspfad durch die öffentliche Hand: Wenn Österreich, wie es in der FTI-Strategie 2030 als Ziel festgehalten ist, in die Gruppe der europäischen „Innovation Leader“ aufsteigen will und zudem ein starker Nischenplayer im europäischen wie globalen Gefüge bleiben möchte, ist eine deutliche Erhöhung der Forschungsquote erforderlich.
  • Im Fokus muss dabei die gesamte Innovationskette stehen – von der wissenschaftlichen Idee und Spitzenpublikationen bzw. einem ersten funktionierenden Prototyp über angewandte Forschung und Entwicklung und Pilot-Anwendungen bzw. Demonstratoren bis hin zur Umsetzung von Innovationen in Produkte und Lösungen. Wesentlich dabei ist auch eine erstklassige Forschungsinfrastruktur.
  • Bessere Planungssicherheit für Forschungsorganisationen und forschende Unternehmen durch eine Ausweitung von Finanzierungszyklen bzw. mittelfristige Budget-Vorausschauen
  • Sicherung des Fonds Zukunft Österreich für die Zeit nach 2025 bis mindestens 2030 und Ausbau auf mindestens 200 Millionen Euro pro Jahr
  • Stärkung der Einbindung Österreichs in Europäische FTI-Initiativen – insbesondere in den Stärkefeldern der heimischen Forschung und Industrie.
  • Erhöhung des Budgets für das nächste EU-Forschungsrahmenprogramm (FP 10; 2028– 2034) auf mindestens 200 Mrd. Euro
  • Erfolg in Wissenschaft und Forschung ist davon abhängig, im verschärften internationalen Wettbewerb die besten Köpfe anzulocken und zu halten. Dazu ist eine Attraktivierung der Rahmenbedingungen nötig – von einer gezielten Tech-Talente Strategie über FTI-Standortmarketing und Erleichterungen für den Zuzug internationaler Talente bis hin zum Schaffen einer weltoffenen und diversen Kultur.

„Österreich und Europa befinden sich in einem globalen Wettbewerb und die großen Forschungsnationen, wie die USA, China oder Japan, Südkorea und Singapur investieren viel in Wissenschaft und Innovation. Wir müssen daher über den nationalen Tellerrand blicken, der Wissenschaftsstandort Österreich muss sich immer wieder erneuern. Denn wer selbstzufrieden stehen bleibt, der wird von anderen überholt. Forschung und Entwicklung sind unser Motor für die Zukunft. Das sehen auch die Bürgerinnen und Bürger so: 80 Prozent der Befragten im jährlichen Wissenschaftsbarometer fordern eine ausreichende Finanzierung von Wissenschaft und Forschung“, betont ÖAW-Präsident Heinz Fassmann.

„Forschungs- und Technologieorganisationen (RTOs), wie das AIT, sind eine Brücke zwischen Forschung und Anwendung des Know-hows. Wir verstehen uns als ein Intermediär im Dreieck zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie sowie Gesellschaft und öffentlicher Hand. Um Ergebnisse der Grundlagenforschung industriell umsetzen bzw. gesellschaftlich nutzen zu können, braucht man einen sehr langen Atem und umfangreiche weitere Forschungsaktivitäten im Bereich der angewandten Forschung. Langfristig funktionierende Lösungen entstehen nur gemeinsam – dazu bedarf es einer vertrauensvollen Kooperation und entsprechender Instrumente dafür“, erläutert AIT-Geschäftsführerin Brigitte Bach.

„Europa kann seine Wettbewerbsfähigkeit längerfristig nur über eine klare Steigerung der Produktivität halten, wofür Investitionen in Forschung, Technologieentwicklung und Innovation unerlässlich sind. Die hochgradig exportorientierte Industrie agiert global. Für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und gute Sichtbarkeit muss Österreich massiv in Zukunfts- und Schlüsseltechnologien investieren. Dazu ist es, zusätzlich zur nationalen Ebene essenziell, internationale Initiativen aktiv mitzugestalten und sich strategisch an Europäischen FTI-Programmen und -Initiativen zu beteiligen“, hebt IV-Generalsekretär Christoph Neumayer hervor.

Eine gemeinsame Plattform für Debatten zur Gestaltung der künftigen nationalen und europäischen Forschungspolitik sind die Technology Talks Austria, die am 12. und 13. September im Wiener Museumsquartier stattfinden. Leitthema ist die zentrale Rolle von Forschung, Technologie und Innovation (FTI) bei der „Triple Transition“, der gleichzeitig ablaufenden ökologischen und digitalen Transformation, die menschengerecht sein soll (www.technology-talks-austria.at).

Über die ÖAW

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat die gesetzliche Aufgabe, „die Wissenschaft in jeder Hinsicht zu fördern“. 1847 als Gelehrtengesellschaft gegründet, steht sie mit ihren heute über 750 Mitgliedern, 26 Forschungsinstituten sowie rund 1.800 Beschäftigten für innovative Grundlagenforschung, interdisziplinären Wissensaustausch und die Vermittlung neuer Erkenntnisse – mit dem Ziel zum wissenschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Fortschritt beizutragen
www.oeaw.ac.at

Über das AIT

Das AIT Austrian Institute of Technology ist mit aktuell 1.527 Beschäftigten und einer Betriebsleistung von knapp 200 Mio. Euro Österreichs größte Forschungs- und Technologieorganisation. Das AIT fokussiert auf die Forschungsschwerpunkte „Nachhaltige und resiliente Infrastrukturen“, insbesondere in den Bereichen Energie, Transport und Gesundheit, sowie die „Digitale Transformation von Industrie und Gesellschaft“ und arbeitet dabei eng mit Universitäten, der Industrie und öffentlichen Institutionen zusammen.
www.ait.ac.at

Über die Industriellenvereinigung

Die Industriellenvereinigung (IV) ist die freiwillige und unabhängige Interessenvertretung der österreichischen Industrie und der mit ihr verbundenen Sektoren. Als Partner der Politik arbeitet sie an der positiven Weiterentwicklung Österreichs. Die IV vertritt die Anliegen ihrer aktuell mehr als 5.000 Mitglieder aus produzierendem Bereich, Kreditwirtschaft, Infrastruktur und industrienaher Dienstleistung in den Bundesländern, auf Bundesebene und in Europa.
https://iv.at

Hinweis: Für die redaktionelle Berichterstattung stehen Fotos von der Pressekonferenz im AOM/Original Bild Service sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at, www.apa-fotoservice.at und www.picturedesk.com kostenlos zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Debora Knob
Pressesprecherin des Präsidiums
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581- 1209
debora.knob@oeaw.ac.at I www.oeaw.ac.at

Michael H. Hlava
Head of Corporate Marketing and Communications
AIT Austrian Institute of Technology
T +43 (0)50550-4014
michael.hlava@ait.ac.at I www.ait.ac.at

Marlena Mayer
Pressesprecherin
Industriellenvereinigung
T +43 (1) 711 35 2315
marlena.mayer@iv.at I www.iv.at

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