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30 Illustrator:innen aus 30 europäischen Ländern zeigen in Wien Arbeiten zu antimikrobiellen Resistenzen

Wissenschaftliche Evidenz wird im One-Health-Ansatz in visuelle Geschichten übersetzt – Auftakt einer Europa-Tour im Rahmen von EU-JAMRAI 2

Am Campus der Universität Wien wurde gestern, am 28. Jänner 2026, die Outdoor-Ausstellung „Sketching Antimicrobial Resistance (AMR): Thirty stories, One Health“ eröffnet. Sie wird im Rahmen der Europäischen Joint Action EU-JAMRAI 2 umgesetzt und vereint Illustrationen und Botschaften von 30 Illustrator:innen aus 30 europäischen Ländern, um das Bewusstsein für eine der größten Public-Health-Bedrohungen unserer Zeit zu stärken: für antimikrobielle Resistenzen (AMR).

Ulrike Königsberger-Ludwig, Staatssekretärin für Gesundheit im Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK), betonte: „Antimikrobielle Resistenzen zählen zu den größten globalen Gesundheitsbedrohungen unserer Zeit. Sie stehen in engem Zusammenhang mit healthcare-associated infections und machen nicht an nationalen Grenzen halt. Österreich hat im Nationalen Aktionsplan bereits wichtige Schritte gesetzt, doch die Herausforderungen bleiben bestehen. Um diesen wirksam zu begegnen, braucht es eine starke europäische Zusammenarbeit auf Basis des One-Health-Ansatzes.“

Die Ausstellung ist Teil eines breiter angelegten Projekts, das in den vergangenen Monaten 30 Illustrator:innen aus allen EU-27-Mitgliedstaaten sowie aus der Ukraine, der Schweiz und Island einbezogen hat. Die Initiative verbindet Kunst und Wissenschaft und entwickelt ihre Botschaften aus einer One-Health-Perspektive, die den Zusammenhang zwischen der Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt betont. Inhaltlich ist das Projekt in drei Bereiche gegliedert: was antimikrobielle Resistenzen sind, warum sie relevant sind und was wir tun können, um sie einzudämmen.

Die Ausstellung ist im Hof 1 am Campus der Universität Wien zu sehen. Sie wird mit Tafeln in deutscher und englischer Sprache präsentiert und durch einen Audioguide ergänzt, der zu jeder Illustration zusätzliche Informationen bereitstellt und das Besuchserlebnis vertieft. Für Österreich nimmt die Künstlerin Ana Popescu teil. In ihrer Illustration greift sie Gedanken zur Bedeutung von Distanz auf: Wenn man krank ist, kann Abstandhalten einen Unterschied machen.

„Sich um Antibiotika zu kümmern heißt, sich um das Leben zu kümmern.“

Als Organisatorin der Veranstaltung betonte die Koordinatorin von EU-JAMRAI 2, Marie-Cécile Ploy, das Ziel der Ausstellung, die Herausforderung für die Öffentlichkeit greifbarer zu machen: „Wir möchten die Gesellschaft einladen, genauer hinzusehen – auf das, was meist unsichtbar bleibt: die mikrobielle Welt, die Leben trägt, und zugleich die wachsende Herausforderung antimikrobieller Resistenzen.“ Die Übersetzung von Wissenschaft in Kunst helfe, antimikrobielle Resistenzen „sichtbar, zugänglich und relevant“ für breite Zielgruppen zu machen. Ploy erinnerte zudem daran, dass „sich um Antibiotika zu kümmern heißt, sich um das Leben zu kümmern“ – und verwies dabei auf die Rolle der Bürger:innen und insbesondere der Studierenden als zukünftige Gesundheitsfachkräfte.

Antimikrobielle Resistenzen (AMR) sind eine schwerwiegende grenzüberschreitende Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. In der Europäischen Union wird geschätzt, dass AMR jährlich über 33.000 Todesfälle verursacht und jährliche soziale Kosten von rund 1,5 Milliarden Euro nach sich zieht. AMR entsteht, wenn Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten nicht mehr auf Medikamente ansprechen, die sie eigentlich abtöten oder hemmen sollen. Dieses meist unsichtbare Phänomen schreitet in Krankenhäusern und Haushalten, in der Landwirtschaft und auch in der Umwelt voran – und schwächt die Wirksamkeit von Antibiotika und anderer Behandlungen, die für die moderne Medizin essenziell sind.

Christian Wigand, stellvertretender Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, bezeichnete antimikrobielle Resistenzen als „stille Pandemie“, die selten Schlagzeilen mache. „Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag, weil sie ‚das Unsichtbare sichtbar’ macht und Bewusstsein schafft“, so Wigand. „Die EU hat sich bis 2030 ambitionierte Ziele gesetzt. Die länder- und sektorübergreifende Zusammenarbeit von EU-JAMRAI 2 ist ein wichtiges Instrument, um die europäischen Prioritäten in die Praxis zu übersetzen. Österreich ist dabei ein wichtiger Partner.“

Professorin Judith Maria Rollinger (Universität Wien, Department für Pharmazeutische Wissenschaften/Pharmakognosie) unterstrich die Dringlichkeit des Themas und die Bedeutung des Wissenstransfers: Universitäten seien „Kraftzentren von Wissen und Wissenschaft“. Ihre Aufgabe bestehe nicht nur darin, Erkenntnisse zu schaffen, sondern auch in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses, in der verständlichen Kommunikation von Forschung sowie im Transfer von Wissen in Politik und Gesellschaft. Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft könne dazu beitragen, komplexe Inhalte sichtbar und zugänglich zu machen.

Europa-Tour und begleitende Kampagne

Die Ausstellung eröffnet in Wien als erste Station einer Europa-Tour, die in weiteren Ländern fortgesetzt wird, darunter Polen, Belgien, Italien und Spanien.

Die begleitende Awareness-Kampagne umfasst zwei Dimensionen: eine digitale, die im November 2025 anlässlich des Europäischen Antibiotika-Awareness-Tages gestartet wurde (Hashtag: #SketchingAntimicrobialResistance), sowie eine Präsenz-Komponente mit öffentlichen Ausstellungen in europäischen Städten. Zusätzlich gibt es eine mehrsprachige Website mit Illustrationen und Botschaften in 27 Sprachen sowie ein illustriertes Album als Ressource für Bildung und Awareness-Arbeit: eu-jamrai.eu/de/wir-zeichnen-antimikrobielle-resistenzen/

EU-JAMRAI 2 Annual Meeting in Wien

Die Ausstellungseröffnung findet im Rahmen des EU-JAMRAI 2 Annual Meeting statt, das diese Woche in Wien abgehalten wird. Gastgeber:innen sind die österreichischen Projektpartner: die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) und das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK).

EU-JAMRAI 2 (die zweite Europäische Joint Action zu antimikrobiellen Resistenzen und healthcare-assoziierten Infektionen) ist eine groß angelegte europäische Initiative, die Institutionen und Expert:innen aus 30 Ländern zusammenbringt, um antimikrobielle Resistenzen einzudämmen und die Prävention sowie die Reaktionsfähigkeit im Bereich healthcare-assoziierter Infektionen zu stärken – mit dem Ziel, die europäische Koordination im One-Health-Ansatz zu verbessern.

Das Projekt wird durch das EU4Health-Programm und die teilnehmenden Partner kofinanziert. Das Gesamtbudget beträgt 62,5 Millionen Euro, darunter 50 Millionen Euro der Europäischen Kommission, und umfasst mehr als 120 Institutionen aus 30 Ländern.

Rückfragen & Kontakt

Pressekontakt
Gesundheit Österreich GmbH
Georg Gatnar
Telefon: 0664 848 191 - 323
E-Mail: georg.gatnar(at)goeg.at

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