Herausragende Projekte in der Grundlagen- und Spitzenforschung: 76. Kuratoriumssitzung des FWF bewilligt rund 75,6 Millionen Euro

30,8 Millionen Euro für koordinierte Programme runden das Jahr 2019 ab

In der letzten FWF-Kuratoriumssitzung des Jahres 2019, die vom 25. bis 27. November 2019 stattfand, konnten bei einem Antragsvolumen von 301,1 Millionen Euro rund 75,6 Millionen Euro bewilligt werden. Dies ergibt eine Bewilligungsquote über alle Programme von 25,1 Prozent. Insgesamt konnten von 598 Anträgen 170 herausragende Projekte reüssieren.

Kuratoriumssitzung im Detail

Die Einzelprojekte als „Rückgrat“ der FWF-Förderungen machten wieder den größten Anteil der Bewilligungen aus. Bei einer Antragssumme (inkl. der Klinischen Forschung) von 79,9 Millionen Euro konnten 23,4 Millionen Euro bewilligt werden, was einer Bewilligungsquote von 29,3 Prozent entspricht.

Im Bereich der Internationalen Programme, die gemeinsam mit internationalen Partnerförderungsorganisationen durchgeführt werden, lag die Antragssumme bei 36,9 Millionen Euro, davon konnten 9,3 Millionen Euro bedingt bewilligt werden (Bewilligungsquote 25,2 %). Hier sind teilweise noch die Entscheidungen der Partnerorganisationen abzuwarten.

Karriereförderung Marke FWF

Mit dem Outgoing-Programm „Schrödinger“ ermöglicht der FWF zumeist jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Erfahrungen an Top-Forschungsstätten im Ausland zu sammeln. Die mitfinanzierte Rückkehrphase sorgt dafür, dass es zu keinem Brain Drain kommt, sondern die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen karrierefördernd in Österreich zur Geltung kommen. In der November-Sitzung konnten mit einer Bewilligungssumme von 1,1 Million Euro 51,6 Prozent der Einreichungen reüssieren.
Zudem waren einmal mehr zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erfolgreich, die nach Österreich kommen wollen, um hier ihr Know-how einzubringen. Im Incoming-Programm „Meitner“ lag die Bewilligungssumme bei 1,6 Millionen Euro, was einer Erfolgsquote von 34,3 Prozent entspricht.
Die Ausschreibung im Bereich der Frauenprogramme „Firnberg“ und „Richter“ als ebenso zentrale Säulen der Karriereförderung Marke FWF ergab ein Antragsvolumen von insgesamt 17,8 Millionen Euro, davon wurden 5,1 Millionen Euro bewilligt (Bewilligungsquote: 28,7 %).

Koordinierte Programme

Ebenfalls in diese Kuratoriumssitzung fiel die Entscheidung zu den einmal jährlich ausgeschriebenen koordinierten Programme, denen die Spezialforschungsbereiche (SFB), die Forschungsgruppen sowie die Doktoratsprogramme (Verlängerungen) zuzuordnen sind. Bei den SFB langten insgesamt 16 Konzeptanträge mit einem Volumen von rund 69,4 Millionen Euro ein. Davon konnten vier SFB mit 17,3 Millionen Euro bewilligt sowie ein SFB mit 3,2 Millionen Euro verlängert werden. Die bewilligten SFB sind:

  • F 77 „Advanced Computational Design”, Koordinator: WIMMER Michael, Institute of Visual Computing and Human-Centered Technology, Technische Universität Wien
  • F 78 „Stem cell modulation in neural development and regeneration”, Koordinator: KNOBLICH Jürgen A., Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA)
  • F 79 „Targeted protein degradation - from small molecules to complex organelles”, Koordinator: MARTENS Sascha, Department für Biochemie und Zellbiologie, Universität Wien
  • F 80 „RNAdeco: decorating RNA for a purpose”, Koordinator: JANTSCH Michael F., Zentrum für Anatomie und Zellbiologie, Medizinische Universität Wien
  • Verlängerung: F 60 „German in Austria (DiÖ). Variation – Contact – Perception“, Sprecherin: LENZ Alexandra N., Institut für Germanistik, Universität Wien

Im Bereich der Forschungsgruppen langten 39 Anträge mit einem Volumen von 55,1 Millionen Euro ein. Hier bewilligte das FWF-Kuratorium drei Forschungsgruppen mit 4,2 Millionen Euro. Die bewilligten Forschungsgruppen sind:

  • FG 1 „STRONG-DM”, Koordinator: PRADLER Josef, Österreichische Akademie der Wissenschaften
  • FG 3 „Das Tumor Micromilieu als Angriffsziel und Regulator von metallhältigen Krebsmitteln“, Koordinatorin: HEFFETER Petra, Medizinische Universität Wien
  • FG 5 „Multiphotonen-Experimente mit Halbleiterquantenpunkten“, Koordinator: RASTELLI Armando, Johannes Kepler Universität Linz

Ebenso standen Verlängerungen von Doktoratsprogrammen an, hier wurden zwei Projekte mit sechs Millionen Euro verlängert:

  • W 1259 „Atome, Moleküle und Licht“, Sprecher: WESTER Roland, Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik , Universität Innsbruck
  • W 1260 „Wiener Doktoratskolleg Computergestützte Optimierung“, Sprecher: PFLUG Georg, Institut für Statistik und Operations Research, Universität Wien

PEEK

In der November-Kuratoriumssitzung des FWF wurden zehn Anträge in den Kreis geförderter PEEK-Projekte aufgenommen. Dieses Vorzeige- und Pionierprogramm hat mittlerweile innerhalb der künstlerisch-wissenschaftlichen Community ein weit über die österreichischen Grenzen hinausgehendes Renommee aufbauen können. Die jüngste Ausschreibung war von Ende Februar bis Ende April 2019 geöffnet. Insgesamt langten 55 Anträge mit einem Volumen von 20,8 Millionen Euro ein. Bewilligt werden konnten nun zehn Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund vier Millionen Euro. Das Begutachtungsverfahren erfolgte wie in jedem Jahr unter Einbindung des hochkarätig besetzten internationalen PEEK-Boards, das die internationalen Gutachterinnen und Gutachter nominiert und in der Folge dem FWF-Kuratorium eine Förderungsempfehlung übergibt. Die bewilligten Projekte sind:

  • AR 567 „Post-Soviet Queerness, Archiving, and the Art of Resistance”, Projektleiterin: Maria Katharina WIEDLACK, Universität Wien, Institut für Anglistik und Amerikanistik
  • AR 568 „PERFORMING PRIMAL COMMUNISM – A REENACTMENT PROJECT”, Projektleiter: Paul-Julien ROBERT, Akademie der bildenden Künste Wien, Institut für bildende Kunst
  • AR 574 „Unstable Bodies”, Projektleiter: Wolfgang TSCHAPELLER, Akademie der bildenden Künste Wien, Institut für Kunst und Architektur
  • AR 580 „FEMINIST HACKING: Building Circuits as an Artistic Practice”, Projektleiterin: Stefanie WUSCHITZ, Akademie der bildenden Künste Wien, Institut für das künstlerische Lehramt
  • AR 581 „Neuromatic Game Art”, Projektleiterin: Margarete JAHRMANN, Universität für angewandte Kunst Wien, Zentrum Fokus Forschung
  • AR 590 „ORI*botics: the Art and Science of Robotic Origami”, Projektleiter: Matthew Raymond GARDINER, Ars Electronica Linz GmbH
  • AR 597 „Vibrant Matter ”, Projektleiter: Bernhard SOMMER, Universität für angewandte Kunst Wien, Institut für Architektur
  • AR 598 „Navigating Dizziness Together”, Projektleiterin: Ruth ANDERWALD, Universität für angewandte Kunst Wien, Zentrum Fokus Forschung
  • AR 609 „DEMEDARTS Dementia. Empathy. Education. Arts.”, Projektleiterin: Ruth MATEUS-BERR, Universität für angewandte Kunst Wien, Institut für Kunstwissenschaften. Kunstpädagogik und Kunstvermittlung
  • AR 611 „FAR - Fashion und Robotics”, Projektleiterin: Christiane LUIBLE-BÄR, Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz, Institut Raum und Design

Wissenschaftskommunikationsprogramm

Im Zuge der von Anfang Juli bis Mitte September 2019 laufenden Ausschreibung des Wissenschaftskommunikationsprogramms (WKP) langten 29 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Millionen Euro beim FWF ein. Ziel des seit 2013 laufenden WK-Programms ist es, die spannenden Erkenntnisse und Ergebnisse aus FWF-Projekten einer breiteren Zielgruppe näherzubringen. Die Anträge wurden von einer Fachjury beurteilt, die sich aus drei nationalen und drei internationalen Expertinnen und Experten zusammensetzt. In der Jurysitzung Anfang November wurden dann sechs Projekte mit einer Summe von rund 270.000 Euro als förderungswürdig eingestuft und vom Kuratorium bewilligt. Die geförderten Projekte sind:

  • WKP 115 „Integrative Wissenschaftskommunikation: ‚Science Ink.‘“, Projektleiter: Helmut KLUG, Universität Graz, Zentrum für Informationsmodellierung
  • WKP 126 „Technik-unterstützte Publikumsbeteiligung bei Live-Musik“, Projektleiter: Fares KAYALI, Universität Wien, Institut für LehrerInnenbildung
  • WKP 130 „K.U.R.T (Kurbelbasierter, gelenkschonender Rollstuhlantrieb)“, Projektleiterin: Margit GFÖHLER, Technische Universität Wien, Institut für
  • WKP 132 „Art 4 Science“, Projektleiterin: Eva Maria KÖNIG, St. Anna Kinderkrebsforschung e.V. – Tumor-Immunoediting
  • WKP 139 „Von Anfang und Ende der (H)EIS(s)zeit: Gletscher und Klimageschichte“, Projektleiterin: Andrea FISCHER, Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung
  • WKP 143 „Virtuelle Experimente mit massiven Quantensystemen”, Projektleiter: Markus ASPELMEYER, Universität Wien, Fakultät für Physik – Quantenoptik, Quantennanophysik und Quanteninformation

Qualität, Fairness, Transparenz

Der FWF steht neben höchster wissenschaftlicher Qualität, Internationalität und Fairness auch für maximale Transparenz. Sämtliche bewilligten Forschungsprojekte werden detailliert auf der FWF-Website dargestellt, zu finden unter: https://pf.fwf.ac.at/de/wissenschaft-konkret/project-finder

Darüber hinaus werden zu jeder Kuratoriumssitzung Statistiken zur Verfügung gestellt, zu finden unter: https://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/foerderungsstatistiken/

FWF-Kuratorium

Das Kuratorium des FWF setzt sich aus dem Präsidium des Wissenschaftsfonds sowie Fachreferentinnen und Fachreferenten zusammen. Die aktuelle Funktionsperiode des Gremiums läuft noch bis Oktober 2020. Primäre Aufgabe des Kuratoriums ist die Entscheidung über die Förderung von Forschungsvorhaben. Sämtliche Mitglieder des FWF-Kuratoriums finden sich unter: https://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/organisation/kuratorium/

FWF Der Wissenschaftsfonds

Der FWF ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung sowie der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung. Er unterstützt – nach internationalen Qualitätsmaßstäben – herausragende Forschungsprojekte sowie exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich der Gewinnung, Erweiterung sowie Vertiefung wissenschaftlicher Erkenntnisse widmen.