- Vom 1. bis 4. Juni findet in Hamburg der 92. Deutsche Röntgenkongress statt, der gleichzeitig der 6. gemeinsame Kongress der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) und der Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG) ist. Beim größten deutschsprachigem Kongress der Radiologie werden rund 7.000 Teilnehmer erwartet. Getreu dem Kongressmotto "Radiologie ist Vielfalt!" werden verschiedene Schwerpunkte wie Neuroradiologie, Brustkrebserkennung und die minimal-invasive Entfernung von Tumoren diskutiert.
Radiologie als Ganzkörperfach - vom Schlaganfall bis zur Tumorbekämpfung
"Unser Fach ist eines der wenigen, das man als Ganzkörperfach bezeichnen kann, eine Disziplin, die sich ganzheitlich mit allen Erkrankungen des Menschen beschäftigt. Die Radiologie beeinflusst die Therapieentscheidung und den Therapieverlauf in allen Phasen von Erkrankungen, die einem Menschen im Laufe seines Lebens widerfahren können", erklärt der österreichische Kongresspräsident Prof. Walter Hruby, Vorstand des Institut für Röntgendiagnostik des Donauspitals (SMZ Ost) in Wien, die Wahl des Kongressmottos. Prof. Bernd Hamm, Direktor des Instituts für Radiologie an der Charité Berlin und deutscher Kongresspräsident, ergänzt: "Innerhalb des vielfältigen Spektrums der Radiologie haben wir ganz bewusst Schwerpunktthemen gesetzt. Beispiel Neuroradiologie: Wir diskutieren die neuen Möglichkeiten, welche die Magnetresonanztomografie (MRT) mit ihren höheren Magnetfeldstärken eröffnet und die zu einer Verbesserung der Diagnostik beim Schlaganfall führen. Wir wissen damit noch genauer, welche Hirnregionen bei einem Schlaganfall betroffen sind, und um welche Anteile des Hirngewebes es sich zu kämpfen lohnt."
Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Brustkrebsdiagnostik und besonders die Entwicklungen der Mamma-MRT. "Spannend sind die mittelfristigen Überlegungen, die MRT der Brust auch ohne Kontrastmittel durchzuführen, und damit für die Patientin wesentlich schonender anzuwenden", so Hamm.
Radiologie auch bei der Behandlung
Radiologie wandelt sich von einer "nur" diagnostischen Disziplin zur behandelnden Medizin. Der Kongressschwerpunkt "Tumorablation" verdeutlicht diesen Wandel. Interventionell tätige Radiologen punktieren bei diesen Verfahren unter Bildkontrolle Tumoren - zum Beispiel in der Leber - und zerstören das Krebsgewebe mit Hitze, Kälte oder Radiowellen. "Die Ablation stellt mehr und mehr eine Therapie-Option für Tumoren dar, die dem Chirurgen nicht zugänglich sind oder in Fällen, in denen sich eine Chemotherapie nicht anbietet", erläutert Hamm.
Der 92. Deutsche Röntgenkongress Zahlen - Daten - Fakten
Der Deutschen Röntgenkongress vereint einmal im Jahr Radiologen, medizinisch-technische Radiologie-Assistenten (MTRA) und weitere Experten der bildgebenden Medizin zum fachlichen Austausch. Mit rund 400 wissenschaftlichen Vorträgen, 480 Fortbildungsveranstaltungen sowie über 100 Posterbeiträgen ist der Kongress Deutschlands bedeutendstes Fort- und Weiterbildungsforum in der Radiologie. Die österreichischen RadiologInnen werden hier mit über 60 Vorträgen und Präsentationen einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag leisten. Zudem geben auf rund 5.000 m2 Ausstellungsfläche über 130 Fachaussteller einen Einblick in die technischen Innovationen moderner Bildgebung und neuer, interventioneller Behandlungsverfahren.
Rückfragehinweis
ÖRG - Österreichische Röntgengesellschaft Presse: Stefanie Muzik, David Zizka Neutorgasse 9/2a, AT - 1010 Wien Tel.: +43 (0)1 532 0507, Fax: +43 (0)1 533 4064 448