Biotech & Pharma im Fokus

Wien ist das Zentrum der Biotechnologie und pharmazeutischen Industrie in Österreich. Rund 240 Unternehmen generieren auf diesem Gebiet in Wien mit mehr als 14.000 Beschäftigten jährlich 8,7 Mrd. Euro Umsatz. Die Top 20 Unternehmen auf diesem Gebiet sind in Wien vertreten. Viele betreiben hier neben einer Vertriebsniederlassung auch eine Einheit mit klinischer Forschung zur Betreuung klinischer Studien, beispielsweise Novartis, Pfizer und Takeda. Gleichzeitig beheimatet Wien eine wachsende Zahl innovativer Start-ups, vor allem in der medizinischen Biotechnologie.

Forschung, Entwicklung und Produktion

2017 wurden 126 Biotechnologie- und Pharma-Unternehmern erfasst, die in Wien Forschung, Entwicklung oder Produktion betreiben. Gemeinsam generierten diese Unternehmen den Großteil der Umsätze des gesamten Sektors (5,1 Mrd. Euro) und beschäftigten drei Viertel der Arbeitskräfte (10.500 Personen). Die F&E-Ausgaben in Höhe von 697 Millionen Euro allein im Jahr 2017 sind ein klarer Indikator für die Innovationskraft des Sektors. Einige global agierende Großunternehmen bauen zudem ihre F&E- und Produktionskapazitäten in Wien deutlich aus – allen voran Boehringer Ingelheim und Octapharma.

Philipp von Lattorff - Boehringer Ingelheim
(C) Boehringer Ingelheim / Marion Carniel

Politische Stabilität ist eine Grundvoraussetzung für größere Investitionen, hier schneidet Österreich – ebenso wie bei den Themen Infrastruktur und Lebensqualität - sehr gut ab. Doch einer der wichtigsten Standortfaktoren für ein forschungsintensives Unternehmen ist sicherlich die Forschungsprämie. Sie hat auch bei der Entscheidung für die Investition von 700 Mio. Euro in die Errichtung unserer neuen biopharmazeutischen Produktionsanlage in Wien eine bedeutende Rolle gespielt. Für die Besetzung der damit geschaffenen 500 neuen Stellen sind uns Bildung und Qualifikation potentieller Arbeitnehmer sehr wichtig, denn wir suchen hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Philipp von Lattorff
Geschäftsführer, Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG

Zahlen zu dedizierten Biotechs

Die Anzahl an „dedizierten Biotech Unternehmen“ in Wien, die der OECD Definition entsprechen, erhöhte sich im Laufe der Jahre von 43 Unternehmen im Jahr 2010 über 67 im Jahr 2014 auf 78 Unternehmen im Jahr 2017. Der Großteil davon fokussiert auf medizinische Biotechnologie: 59 Unternehmen gaben an, Arzneimittel oder Diagnostika für eine breite Palette an Krankheiten zu entwickeln, insbesondere für Infektionskrankheiten, Krebs und Erkrankungen der Atemwege. Außerdem steigt die Zahl der Biotechs, die in der Stadt industrielle Anwendungen und Forschungsreagenzien entwickeln.

Verbesserte Lage beim Thema Finanzierung

Die Finanzsituation der dedizierten Biotech-Unternehmen in Wien verbesserte sich in den vergangenen Jahren. Für das Jahr 2017 berichteten 31 Biotechs, darunter Apeiron, Nabriva, Panoptes, Themis und Valneva, von Investitionen in Höhe von 280 Millionen Euro. Nahezu die Hälfte des Geldes kam von Risikokapitalinvestoren (48%). Die Bedeutung der Börsen als Kapitalquelle stieg zuletzt deutlich an und Public Equity machte 2017 42% des von dedizierten Biotechs in Wien eingeworbenen Geldes aus.

Neu an den Börsen seit 2019: Marinomed und Hookipa.

Eva Prieschl-Grassauer
© Agnes Stadlmann

Wien ist ein wichtiger Life Sciences Hotspot in Europa. Die Stadt bietet eine exzellente Infrastruktur und die Universitäten entwickeln mit ihrer ausgezeichneten Life Sciences Forschung die Talente der Zukunft. Marinomeds Notierung an der Wiener Börse ermöglicht es uns, Projekte auf Basis der Marinosolv Technologieplattform voranzutreiben - insbesondere die Produktkandidaten Budesolv und Tacrosolv, die beide auf den Allergie-Markt fokussieren.

Eva Prieschl-Grassauer
CSO, Marinomed Biotech AG

Attraktive Partner für Großunternehmen

Wiener Biotech-Unternehmen sind sehr erfolgreich beim Aufbau strategischer Partnerschaften rund um den Globus, inklusive Lizenzabkommen und M&A Aktivitäten. Von 2015 bis 2017 wurden 39 Vereinbarungen veröffentlicht, bei den meisten davon wurde Stillschweigen über die finanziellen Details vereinbart. Dazu kommen noch vertraulich zu behandelnde Vertragsabschlüsse, die in Teilen der Branche ebenfalls üblich sind. Oft bauen diese Partnerschaften auch Plattformtechnologien auf, mit deren Hilfe neue Produkte und Dienstleistungen generiert werden können. Wenden Sie sich an LISAvienna, um mehr diese Technologien zu erfahren.

Produkte in der klinischen Entwicklung

Im August 2019 gaben die kleinen und mittleren Biotech-Unternehmen in Wien an, gemeinsam 54 Arzneimittelkandidaten in ihren klinischen Pipelines zu haben, davon 29 biologische Präparate und 25 kleine, chemisch hergestellte Wirksubstanzen.

  • 5 Produkte, für die der Markteintritt vorbereitet wird oder die diesen Schritt kürzlich abschlossen
  • 13 Produktkandidaten mit laufender Phase III Studie oder fertig für den Start von Phase III Studien
  • 22 Produktkandidaten mit laufender Phase II Studie oder fertig für den Start von Phase II Studien
  • 14 Produktkandidaten mit laufender Phase I Studie oder fertig für den Start von Phase I Studien

Für weitere Details zu diesen Produktkandidaten und bezüglich Informationen über präklinische Entwicklungsprojekte kontaktieren Sie bitte LISAvienna. In diesen Daten nicht enthalten ist die große Zahl an klinischen Studien, die von Großunternehmen und dem akademischen Bereich aufgrund der in der Stadt vorhandenen umfassenden Expertise und wegen des großen ProbandInnen-Pools in Wien durchgeführt wird.

Zulieferer, Dienstleister und Vertrieb

Der Biotechnologiesektor und die pharmazeutische Industrie benötigen die laufende Unterstützung durch Zulieferer, Dienstleister und des Vertriebs, um gut zu funktionieren. Zu dieser Gruppe zählten in Wien 2017 insgesamt 113 Vertriebs-, Zulieferer- und Dienstleistungsunternehmen mit 3.500 Beschäftigten und einem Umsatz in Höhe von 3.7 Millionen Euro. Allein die ausschließlich auf Vertrieb fokussierten Unternehmen in Wien sorgen für 2.700 Arbeitsplätze und generieren 3,4 Millionen Euro Umsatz.

Weitere Details, Tabellen und Listen finden Sie im Vienna Life Science Report.

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