Medizinprodukte aus Wien

Wien ist ein besonders wichtiger Knotenpunkt der Medizinprodukte-Industrie Österreichs. Für das Jahr 2017 wurden mehr als 240 Medizinprodukte-Unternehmen in der Stadt gezählt. Mit 8.890 Beschäftigten generierten diese rund 3,4 Milliarden Euro Umsatz. Der Großteil dieser Unternehmen ist im Vertrieb tätig, darunter die meisten Top 20 Medtech-Unternehmen weltweit. Gleichzeitig beheimatet Wien eine wachsende Zahl an Medtech Start-ups, vor allem im Bereich Digital Health.

Forschung, Entwicklung und Produktion

Insgesamt betreiben 51 Medizinprodukte-Unternehmen Forschung, Entwicklung oder Produktion in Wien. Gemeinsam beschäftigten diese rund 2.300 Personen und generierten Umsätze in Höhe von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2017. Einige dieser Unternehmen sind bereits 40 Jahre alt oder älter. Ottobock zum Beispiel betreibt schon seit 1969 eine Niederlassung in Wien und stellt Produkte im Wert von 123,5 Millionen Euro jährlich in Wien her. Die größte Gruppe der Unternehmen ist jedoch deutlich jünger: 24 Unternehmen wurden vor weniger als fünf Jahren gegründet – ein klares Zeichen für die Start-up Dynamik in Wien und für die Verjüngungstendenzen im Medizinprodukte-Sektor.

Andreas Goppelt - Ottobock
(C) Ottobock

Wien bietet die für unsere Forschungsarbeit essentielle Kooperationsmöglichkeit mit Partnern im medizinischen Bereich, wie z.B. führenden Medizinern der MedUni Wien. Dies in Kombination mit der weltoffenen, multikulturellen Atmosphäre in einer Stadt mit ausgewiesener hoher Lebensqualität, ermöglicht es, hoch qualifizierte Spezialisten als Mitarbeiter für den Standort zu gewinnen. Die damit gesicherte Expertise fließt direkt in die Entwicklung unserer Technologien und innovativen Produkte, um den Anwendern eine verbesserte Lebensqualität zu ermöglichen.

Andreas Goppelt
Ottobock CTO und Geschäftsführer der Wiener Ottobock Healthcare Products GmbH

Dedizierte Medtechs auf einen Blick

Die meisten Medizinprodukte Unternehmen mit Forschung, Entwicklung oder Produktion in Wien beschäftigen sich ausschließlich mit Medizinprodukten. Diese bilden die Gruppe der „dedizierten Medizinprodukte-Unternehmen“. Nur fünf Unternehmen gaben zuletzt an, daneben auch noch in weiteren Geschäftszweigen aktiv zu sein. Die traditionellen Stärken der Unternehmen liegen bei elektromechanischen Medizinprodukten, Spezialprodukten für Menschen mit Behinderungen sowie bei Einwegprodukten. Der Hauptsitz von Sempermed, einem der weltweit führenden Hersteller von Qualitätshandschuhen für medizinische Anwendungen, befindet sich beispielsweise in Wien.

Wachstum bei innovativen Digital Health Lösungen

Im Lauf der vergangenen Jahre entwickelte sich Wien zu einer führenden Stadt für die Entwicklung digitaler Produkte und Dienstleistungen für den Gesundheitssektor. Agfa HealthCare arbeitet zum Beispiel in Wien an Software für den Gesundheitsmarkt weltweit. Die Dynamik bezüglich der Entwicklung von Softwarelösungen für den medizinischen Bereich, inklusive eHealth, ist beachtlich: von sieben Unternehmen im Jahr 2012 (2014: 10) wuchs die Zahl 2017 auf 20 Unternehmen an und verdreifachte sich damit nahezu innerhalb von nur fünf Jahren. Der Diabetes-Management-Spezialist mySugr ist nur eine der Wiener Erfolgsgeschichten: Die Akquise durch Roche im Jahr 2017 wird als der größte Geschäftsabschluss dieser Art in Europa betrachtet.

Johannes Homa & Johannes Benedikt - Lithoz
(C) Hans Schubert

Lithoz ist Weltmarktführer im Bereich des 3D-Drucks von Knochenersatzmaterial und hat sich seine Position durch einen starken Fokus auf industrielle Prozesse und Spitzenforschung erarbeitet. Darüber hinaus sind die Partnerschaften in Forschung und Entwicklung für ein Hightech-Unternehmen wie Lithoz sehr wichtig. Wien ist das ideale Ökosystem für die Gründung und das Wachstum von Spitzenunternehmen und bietet einen 360°-Service für Unternehmer bestehend aus Finanzierung, Beratung, Infrastrukturen und gut ausgebildeten Menschen.

Johannes Homa (CEO) und Johannes Benedikt (CTO)
Lithoz GmbH

Stärke im Verkauf

2017 waren rund 190 Medizinprodukte Unternehmen in Wien im Handel und Verkauf, als Zulieferer oder als Dienstleister tätig. Mit 6.600 Beschäftigen erzielten sie Umsätze in Höhe von 2,3 Milliarden Euro. Vertriebsunternehmen stellen den Großteil dieser Gruppe dar, ihre Anzahl beläuft sich auf etwa 160. Diese beschäftigen 4.100 Personen und erwirtschaften gemeinsam nahezu zwei Milliarden Euro Umsatz.

Weitere Details, Tabellen und Listen finden Sie im Vienna Life Science Report.

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