Die Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) wählte im Vorfeld ihrer Jahrestagung 2010 an der Universität für Bodenkultur Wien einen neuen Präsidenten. Der bisherige ÖGMBT-Präsident Prof.Dr. Hans Grunicke von der Medizinischen Universität Innsbruck übergibt seine Funktion an Josef Glößl, Professor am Department für Angewandte Genetik und Zellbiologie sowie Vizerektor für Forschung und Internationale Forschungskooperation an der BOKU Wien, der zuletzt auch schon Vizepräsident der ÖGMBT war. Prof. Dr. Grunicke steht der Gesellschaft auch weiterhin als 1. Vizepräsident zur Verfügung. Als 2. Vizepräsidentin wurde Dozentin DI Dr. Angela Sessitsch, von AIT Austrian Institute of Technology gewählt und löst damit turnusmäßig Prof. Dr. Helmut Schwab von der TU Graz als Präsidiumsmitglied ab.
Prof. Hans Grunicke blickt auf die vergangenen erfolgreichen Jahre zurück: „Die in völliger Harmonie durch tatkräftigen Einsatz aller drei beteiligten Präsidenten verlaufene Vereinigung der Österreichischen Gesellschaften für Biochemie und Molekularbiologie, Genetik und Gentechnik sowie Biotechnologie zur gemeinsamen Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) war für die Life Sciences Szene durchaus eine historische Tat, für die uns nicht wenige andere Länder beneiden. Die große, starke Gesellschaft, welche nun die Biowissenschaften in der gesamten Spannweite von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Biotechnologie vertritt, verleiht der Life Sciences Szene in Österreich einen ganz wesentlichen Schub. Dieser Wissenschaftszweig, der im Bereich der Forschung und der Wirtschaft zu den führenden, innovativsten und am schnellsten wachsenden Bereichen zählt, kann nun mit wesentlich vernehmlicherer Stimme seine Anliegen bei der Forschungsfinanzierung und der die Life Sciences berührenden Gesetzgebung vorbringen. Das nutzt allen Beteiligten, den Grundlagenforschern ebenso den Wissenschafterinnen und Wissenschaftern im angewandten Bereich. Die Zusammenführung der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung in einer Gesellschaft ermöglicht ferner die rasche Umsetzung neuer Erkenntnisse und wirtschaftlich interessanter Ideen zum Nutzen des Wirtschaftsstandortes Österreich, aber auch zum Wohle der Finanzierung der Forschung. Zur Ausschöpfung all dieser Möglichkeiten mußte aber zunächst einmal die entsprechende Infrastruktur der Gesellschaft geschaffen werden, d.h. der Aufbau der Geschäftsstelle, die Schaffung eines adäquaten Internetauftrittes, der Aufbau eigens internen Informationssystems durch Erstellung regelmäßiger Newsletter und News-Flashs, der Entwurf von Informationsbroschüren, die Einbindung der relevanten Unternehmen, die Erstellung einer Mitgliederdatei, in der die Arbeitsgebiete der Mitglieder durch Keywords charakterisiert sind, was für die erwünschte Zusammenarbeit der Mitglieder wichtig ist, die Einrichtung von Arbeitsgruppen zur Bearbeitung wichtiger Spezialfächer , die Pflege der Public Relations bei wichtigen Anliegen der Gesellschaft u.v.a.m. Mit Frau Andrea Veitschegger konnte eine Geschäftsführerin gefunden werden, die mit beeindruckender Effizienz und Umsicht die schwierige Startphase der ÖGMBT bewältigte und der unsere Gesellschaft für ihren Einsatz zu tiefem Dank verpflichtet ist. Der Zug ÖGMBT steht nun auf den Schienen und wartet auf den neuen Lokführer in der Person des Incoming Präsidenten.“
Der neue ÖGMBT Präsident Prof. Josef Glößl anlässlich seines Amtsantritts: „Die ÖGMBT ist dem scheidenden Präsidenten Prof. Hans Grunicke zu großem Dank und Anerkennung verpflichtet. Prof. Grunicke als Gründungspräsident der ÖGMBT hat sehr wesentlich zum Gelingen der Zusammenführung der drei Vorgängergesellschaften sowie zur hohen Akzeptanz der ÖGMBT in der Scientific Community beigetragen. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der nationalen und internationalen Forschungs- und universitätspolitischen Szene konnte Prof. Grunicke wesentliche Weichenstellungen für die Entwicklung der ÖGMBT als wissenschaftliche Gesellschaft setzen. Nun gilt es, die begonnene Aufbauarbeit mit vereinten Kräften fortzusetzen und insbesondere die Interaktion zwischen akademischer Forschung einerseits und industrieller Entwicklung und Anwendung andererseits weiter zu stärken. Ein besonderer Fokus der Aktivitäten der ÖGMBT ist die Förderung und Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch ein Bündel von Aktivitäten. Die dynamische Entwicklung, welche in den letzten Jahren in Österreich in den Life Sciences stattgefunden hat, muss trotz der generellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen durch zukunftsweisende Forschungs- und Innovationspolitik weiter forciert werden. Es ist der Anspruch der ÖGMBT als wissenschaftliche Gesellschaft diese Entwicklung tatkräftig zu unterstützen und mitzugestalten. Damit soll die ÖGMBT wesentlich zur weiteren Stärkung Österreichs als Wissenschafts- und Innovationsstandort im Bereich der Life Sciences und der Biotechnologie beitragen.“ Dozentin Angela Sessitsch, neue zweite Vizepräsidentin betont: „Dem bisherigen Präsidium, insbesondere dem scheidenden Präsidenten Prof. Grunicke, ist es gelungen, die Vorgängergesellschaften zu einer großen Gesellschaft zu vereinen, die alle Bereiche der molekularen Biowissenschaften vertritt. Dank der Erfahrung und internationalen Reputation von Prof. Grunicke, Prof. Glössl und Prof. Schwab erhielt die neue Gesellschaft rasch nationale und internationale Sichtbarkeit, die es ermöglichen wird, die Stellung der Life Sciences in der österreichischen Forschungsund Innovationspolitik weiter zu stärken. Die ÖGMBT vereint Grundlagenforschung sowie angewandte Bereiche der Biotechnologie und hat es sich daher auch zum Ziel gesetzt, die Interaktion zwischen Universitäten, weiteren Forschungsinstitutionen und der Industrie zu forcieren. Die ÖGMBT strebt an, eine Schnittstelle zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung, verschiedenen Wissenschaftsbereichen innerhalb der Life Sciences sowie zwischen Forschung, Industrie und Politik einzunehmen, was zu einer Steigerung der Innovationskraft Österreichs führen soll. Eine weitere wichtige Aufgabe der Gesellschaft ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.“
Prof. Dr. Hans Grunicke studierte Medizin an den Universitäten in Hamburg und Freiburg. Zusätzlich absolvierte er eine Ausbildung in Biochemie an der Uni Freiburg. 1962 promovierte er zum Dr. med. Der gebürtige Deutsche wurde 1974 zum Ordentlichen Professor für Medizinische Chemie an der Universität Innsbruck ernannt. Zwischen 1981 und 1983 sowie von 2001 bis 2003 war Grunicke Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Innsbruck. Als erster ÖGMBT-Präsident war der emeritierte Gründungsrektor der Medizinischen Universität Innsbruck dafür verantwortlich, dass die Fusion der Vorläuferorganisationen nicht nur am Papier realisiert wurde, sondern auch im Alltag seine Umsetzung findet.
Prof. Dr. Josef Glößl studierte Biologie und Biochemie an der Universität Graz und habilitierte sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster für „Physiologische Chemie“, bevor er 1985 an das damals neu gegründete Zentrum für Angewandte Genetik der BOKU Wien kam, das er seit 1987 leitet. Er erlangte auch die venia docendi für „Zellbiologie“ an der BOKU und wurde dort 1993 auf die Professur für Angewandte Genetik berufen. Glößl baute das nunmehrige Department für Angewandte Genetik und Zellbiologie (DAGZ) am Standort Muthgasse auf, sein eigenes Forschungsinteresse gilt vor allem der Glykobiologie. Seit Februar 2010 ist er Vizerektor für Forschung und Internationale Forschungskooperation der BOKU Wien, weiters ist er auch Mitglied des Aufsichtsrates des Gregor Mendel Instituts für Molekulare Pflanzenbiologie GmbH. Er war früher auch schon Präsident der ÖGGGT, einer der drei Vorläufergesellschaften der ÖGMBT.
Über die ÖGMBT
Die Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) repräsentiert rund 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der molekularen Biowissenschaften und Biotechnologie einschließlich verwandter Gebiete der Biowissenschaften und ist damit die größte wissenschaftliche Vereinigung auf diesem Gebiet in Österreich. Der gemeinnützige Verein setzt sich für die Förderung und Durchführung von Forschung und Erwachsenenbildung ein, stimuliert die fachliche und kollegiale Zusammenarbeit der Mitglieder und sorgt für eine Verbesserung der Schnittstellen Richtung Wirtschaft, Behörden und Öffentlichkeit. Zum Erreichen dieser Ziele verfügt der gemeinnützige Verein über regionale Zweigstellen und setzt eine Vielzahl an Aktivitäten – von Tagungen und Konferenzen bis zu Arbeitsgruppen und Vorträgen vor verschiedenen Zielgruppen. Die Gesellschaft wurde Anfang 2009 durch die Fusion von drei Vorgängergesellschaften, der ÖGBT (Österreichische Gesellschaft für Biotechnologie), der ÖGGGT (Österreichische Gesellschaft für Genetik und Gentechnik) sowie der OGBM (Österreichische Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie) gegründet.
Für weitere Informationen siehe www.oegmbt.at.
Kontakt
Andrea Veitschegger Geschäftsführerin ÖGMBT
Tel: +43/06648453968