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MedUni Wien: Neue Kombinationstherapie verbessert die Knochengesundheit bei älteren Brustkrebspatientinnen

(Wien 23-03-2012) Ältere Frauen mit Brustkrebs neigen auf Grund von Resistenzen, die sie gegen die Hormontherapie entwickeln, vermehrt zu Knochenmetastasen und Osteoporose. In der internationalen BOLERO-2-Studie, an der ExpertInnen des Comprehensive Cancer Centers der MedUni Wien, allen voran Michael Gnant von der Universitätsklinik für Chirurgie, beteiligt waren, wurde nun die Wirksamkeit einer Therapie nachgewiesen, die diesen Resistenzen entgegenwirkt: Die Kombination zweier Krebsmedikamente – Everolimus und Exemestan – verbessert signifikant die Knochenstärke und verringert das Risiko für Metastasen in den Knochen.

„Diese Ergebnisse können einen neuen Therapiestandard für Frauen mit fortgeschrittenem und gegen Hormontherapien resistenten Brustkrebs setzen“, sagte Gnant am Freitag bei der Europäischen Brustkrebskonferenz EBCC-8 im Austria Center Vienna.
 
Bisher war es nicht möglich, den Resistenzen, die durch die übliche Hormontherapie mit Aromatasehemmern wie Exemestan entstehen können, entgegenzuwirken. Das gelingt offensichtlich, wenn man die übliche Hormontherapie mit Aromatasehemmern wie Exemestan mit Everolimus kombiniert. Die Hormontherapien dienen dazu, hormonrezeptorpositive Brustkrebsarten – in zwei Drittel aller Fälle fördert das Hormon Östrogen das Wachstum des Karzinoms – zu behandeln. Damit wird die Östrogenproduktion gebremst. Gleichzeitig kommt es zur Verlangsamung oder Rückbildung des Tumorwachstums.
 
Während dieser Hormontherapie entwickeln allerdings viele Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs, der bereits auch in anderen Teilen des Körpers Metastasen gebildet hat, eine Resistenz gegen die Behandlung und können davon nicht mehr profitieren. Zudem wirkt sich die Therapie ungünstig auf die Knochengesundheit aus und fördert das Risiko für Osteoporose. Auch dieses Risiko wird, so Gnant, durch die gleichzeitige Gabe von Everolimus deutlich verringert.
 
Deutlich verbesserte Knochenwerte
 
Untersucht wurden für die Studie weltweit 724 postmenopausale Patientinnen mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren. In einer reinen Exemestan-Gruppe und in einer Everolimus- plus Exemestangruppe wurden drei Knochenmarker analysiert. Es zeigte sich, dass bei den Frauen, die zusätzlich Everolimus bekamen, die Werte von allen drei Knochenmarkern nach sechs bis zwölf Wochen signifikant zurückgegangen waren.
 
„Das deutet auf einen geringen Knochenumsatz und eine verbesserte Knochenstärke und Knochengesundheit hin. Everolimus scheint den Metastasen die Ansiedlung und das Wachstum in den Knochen zu erschweren und die Resistenz zu durchbrechen“, sagt Gnant, der international als der Top-Experte in Sachen Brustkrebsforschung in Verbindung mit der Knochengesundheit gilt. Daher sei es in Zukunft bei allen Frauen mit hormonresistentem, fortgeschrittenem Krebs eine neue Option, Everolimus (ein mTOR-Hemmer mit zahlreichen Funktionen zur Regulierung des Zellwachstums) zusätzlich zu verabreichen.
 
„Die interessante Frage, mit der wir uns nun beschäftigen möchten, lautet, welche Wirkung Everolimus bei Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium hat, in dem die Knochengesundheit sogar noch wichtiger ist. Zurzeit wird am Design klinischer Studien gearbeitet, die dies untersuchen sollen“, sagt der MedUni Wien-Wissenschafter.
 
Service: Brustkrebs-Patientinnen-Tag
 
Am Samstag, 24. März 2012, findet als Abschluss des europäischen Brustkrebskongresses an der Technischen Universität Wien ein Patientinnentag mit Vorträgen und Publikums-Diskussionen statt. Samstag, 24.3., 9 – 12 Uhr, TU Wien (Prechtlsaal), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Eintritt frei.
 
Medizinische Universität Wien – Kurzprofil
 
Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren 31 Universitätskliniken, 12 medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich. Für die klinische Forschung stehen über 48.000m² Forschungsfläche zur Verfügung.

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