Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten heute Bundesminister Johannes Hahn, Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, Siemens Vorstandsvorsitzende Brigitte Ederer und MedUni Wien Rektor Wolfgang Schütz am MUW Exzellenzzentrum für Hochfeld-Magenresonanz eine europaweit einzigartige Forschungskooperation: den 7-Tesla Tomographen. Dieser 34 Tonnen schwere mit der 140.000-fachen Stärke des Erdmagnetfelds ausgestattete Magnet rückt die Medizinische Universität Wien sowohl bei der MR-Grundlagenforschung als auch bei der klinischen Forschung ins internationale Spitzenfeld.
Durch die Ansiedlung in einem eigenen "Exzellenz-Zentrum", in dem Physiker und Mediziner zusammen arbeiten, sowie die enge Kooperation mit den Universitätskliniken am Wiener AKH wird eine praxisnahe Forschung und damit eine rasche Nutzung der Erkenntnisse zum Vorteil der Patienten möglich sein. In einer Forschungskooperation mit Siemens Health Care hat die MUW gemeinsam mit dem Bund und der Stadt Wien eine nachhaltige Investition in Millionenhöhe getätigt, um den Wissenschafts-, Forschungs- und Medizin-Standort Wien weiter zu stärken.
Für Bundesminister Dr. Johannes Hahn ist das 7 Tesla Projekt ein universitäres Vorzeigeprojekt: "Dieses Projekt zeigt, dass durch die gezielte Förderung des BMWF die Bildung international hochstehender Forschungszentren der Universitäten unterstützt und ermöglicht werden. Damit wird einerseits die Profilbildung der Universitäten geschärft und andererseits der Forschungsstandort aufgewertet, so dass diese Einrichtung auch für die Studien dritter Firmen noch interessanter wird."
Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely hebt die Bedeutung des Hochfeld MR-Projekts für alle WienerInnen hervor: "Der 7-Tesla Magnetresonanztomograph zeigt beispielhaft die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Forschung und praktischer Medizin im AKH Wien. Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes Spitzenmedizin geboten von der Forschung für die PatientInnen, unabhängig von ihrem Einkommen, ihrer Herkunft, ihres Alters oder ihres Geschlechts. Damit ist das Gesundheitssystem ein wesentlicher Standortfaktor, der klar für Wien spricht."
Für Rektor o. Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schütz ist die Weiterentwicklung der bildgebenden Verfahren in der Medizin einer der zentralen Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Universität Wien: "Mit der Inbetriebnahme des neuen Magnetresonanztomographen haben wir am Exzellenzzentrum für Hochfeld-MR ein Forschungszentrum etabliert, das weit über Österreich hinaus Standards vor allem im Bereich der Umsetzung von Theorie zur Klinischen Praxis setzen kann. Die weitreichende Kooperation nicht nur mit dem Bund und der Stadt Wien, sondern auch mit Siemens unterstreicht die Position der Medizinischen Universität Wien als zentraler biowissenschaftlicher Forschungsstandort nicht nur in Österreich, sondern in ganz Mitteleuropa."
Und Siemens Österreich-Generaldirektorin Mag. Brigitte Ederer erklärt abschliessend: "Das 7 Tesla-Projekt von MedUni Wien und Siemens Österreich steht idealtypisch für die Kooperation von Wissenschaft und Industrie in Sachen Hochfeld-Technologie".
Vom 7-Tesla-MR erwarten sich die Forscher des Exzellenzzentrums Hochfeld-MR weitere entscheidende Fortschritte, weil die hohe Feldstärke gerade bei kleinen Strukturen noch wesentlich mehr Informationen liefert. Dabei haben die beiden Leiter des Exzellenzzentrums und 7 Tesla Pioniere an der MedUni Wien, Prof. Siegfried Trattnig und Prof. Ewald Moser, drei Bereiche in Zusammenarbeit mit klinischen Forschern erarbeitet:
- Moderne, multimodale MR des Muskelskelettsystems - Schwerpunkt Athrose
- Multikern-Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS) - Schwerpunkt Stoffwechsel
- Funktionelle MRT - Schwerpunkt Neurowissenschaften Die bestehende Zusammenarbeit im Bereich Magnetresonanz zwischen Physikern (Leiter Prof.Ewald Moser) und Medizinern (Leiter Prof. Siegfried Trattnig) prägt hier nachhaltig die neue Herausforderung bei dem internationalen Prestige-Forschungsprojekt: Die Physiker bringen die Methodenentwicklung und die Optimierung auf der technische Seite ein, die Mediziner beschäftigen sich mit dem Einsatz dieser Techniken bei klinischen Fragestellungen.
Zu den bisherigen Forschungsschwerpunkten zählt die Darstellung von Fasersystemen im Gehirn, die in Wien weiterentwickelt wurde und mittlerweile weltweit für Neurochirurgen wertvolle Informationen bietet, um sensible Gehirnoperationen und hier vor allem Tumorentfernungen präziser und damit sicherer für den Patienten durchzuführen.
Mehr Informationen zum 7 Tesla Tomographen finden Sie unter www.meduniwien.ac.at/7Tesla
Medizinische Universität Wien - Kurzprofil
Seit 1. Jänner 2004 agiert die Medizinische Universität Wien (Vormals Medizinische Fakultät an der Universität Wien, gegründet 1365) in universitärer Autonomie und Selbstverwaltung. Mit rund 5.500 Mitarbeitern ist sie die größte Forschungseinrichtung in Österreich - 31 Kliniken und Klinische Institute am Wiener Allgemeinen Krankenhaus und 12 medizintheoretische Zentren unterstreichen die Rolle der Medizinischen Universität Wien im internationalen Umfeld.
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