In der Studie, die im amerikanischen Top-Journal „Diabetes“ publiziert wurde, erhielten 18 gesunde Frauen und Männer intravenös eine größere Menge Traubenzucker. „Bereits binnen sechs Stunden löste die Glukose eine deutlich sichtbare Herzverfettung aus. Die Zufuhr von Traubenzucker führt gemeinsam mit der durch den Zucker ausgelösten Insulinfreisetzung zu einer Überforderung des Stoffwechsels im Herzmuskel.“, sagt Studienleiter Michael Krebs von der Universitätsklinik für Innere Medizin III. Damit ist bewiesen, dass es auch Fettablagerungen ohne unmittelbare Fettzufuhr geben kann.
Sichtbar gemacht wurde das erstmals mittels Magnetresonanz-Bildgebung und Spektroskopie: „Diese Methode ermöglicht es, dem schlagenden Herzen nicht nur bei der Arbeit, sondern auch non-invasiv und ohne ionisierende Strahlung beim Energiestoffwechsel zuzusehen“, erklärt Martin Krssak (Universitätsklinik für Innere Medizin III).
Allein in Österreich sind rund 500.000 Menschen von Diabetes betroffen. „Die Erstdiagnose erfolgt meist zufällig und im Schnitt um fünf Jahre zu spät“, sagt Krebs. Die meisten PatientInnen mit Diabetes versterben an Herzerkrankungen. „Unsere Daten zeigen, dass gerade bei PatientInnen mit erhöhtem Blutzucker und Hyperinsulinämie, also erhöhtem Insulinspiegel, im Vor- und Frühstadium des Diabetes der Grundstein für Schäden gelegt werden könnte.“ Ausgehend von den neuen Erkenntnissen im Zusammenhang von erhöhtem Blutzucker (Hyperglykämie) und Hyperinsulinämie laufen Studien an der MedUni Wien, die helfen sollen, die Behandlung von DiabetikerInnen noch herzschonender zu machen.
Service: Diabetes
“Short-Term Hyperinsulinemia and Hyperglycemia Increase Myocardial Lipid Content in Normal Subjects.” Y. Winhofer, M. Krssak, D. Jankovic, C. Anderwald, G. Reiter, A. Hofer, S. Trattnig, A. Luger, M. Krebs. doi: 10.2337/db11-1275.
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