Wo Beckenbauer spielt, ist per Definition erste Liga. Das gilt im Fußball (Lichtgestalt) oder in der Energiewirtschaft (Gazprom-Botschafter für russische Sportgroßereignisse). Ob das auch für die Biotech-Branche zutrifft, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Denn nach Informationen des österreichischen Wirtschaftsmagazins Format hat Franz Beckenbauer vor einigen Monaten 7,5% eines Wiener Biotech-Start-ups gekauft. Akron Molecules wurde Ende 2010 von Josef Penninger, seines Zeichens Chef des Wiener Institus für Molekulare Biotechnologie (IMBA), und einigen Wirtschaftsgrößen des Landes gegründet. So gehören auch Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und der Ex-Chef von Roland Berger Österreich, Manfred Reichl, zu den Besitzern der Firma. Die Troika um Penninger, Bartenstein und Reichl erzielt bereits mit dem Unternehmen Apeiron Biologics so gute Erfolge, dass der Pharmakonzern GlaxoSmithKline darauf aufmerksam wurde und in das Start-up einstieg. Ob Franz Beckenbauer dieser Fakt oder vielmehr die Fußballleidenschaft Penningers dazu inspirierte, in Akron Molecules zu investieren, ist unklar.
Das Biotech-Unternehmen sucht neue Indikationen für bekannte und bereits zugelassene Arzneimittel-Wirkstoffe. Das beste Beispiel für jene Strategie ist Pfizers Arznei Viagra, die ursprünglich als Angina pectoris-Medikament entwickelt wurde, deren Erfolgskurve aber bekanntermaßen erst bei einer anderen Indikation steil nach oben ging. Anlässlich einer neu beschlossenen Kooperation mit der MedUni Wien äußerte sich Akron-Geschäftsführer Reichl vor einem Jahr zum Kerngeschäft des Unternehmens: „Neben der Entwicklung von Medikamenten für die Schmerztherapie sowie gegen Fettleibigkeit wird die Krebsforschung das dritte Standbein von Akron Molecules.“
Quelle www.laborwelt.de