Artboard 11

acib: CBM12 – Carbohydrate Bioengineering Meeting fand in Wien statt

Von 23. bis zum 26. April 2017 fand in Wien der internationale Kongress ‘Carbohydrate Bioengineering Meeting 12 – CBM 12’ statt, der gemeinsam vom Austrian Centre for Industrial Biotechnology (ACIB), der TU Graz und Universität für Bodenkultur (BOKU) organisiert wurde.

Die CBM12 ist die nunmehr zwölfte Auflage einer der größten internationalen wissenschaftlichen Tagungen rund um das Thema Kohlenhydrate und kohlenhydrataktive Enzyme und war ein voller Erfolg. Mehr als 260 Teilnehmer aus 29 Ländern trafen sich in Wien, um über Entwicklungen, Anwendungen und neueste Forschungserkenntnisse im Bereich des Carbohydrate Bioengineerings zu diskutieren.

Kohlenhydrate als Basis für biobasierte Chemikalien
Auch dieses Jahr drehte sich alles um die zahlreichen Anwendungsgebiete von Enzymen. Ein Schwerpunkt waren jene Enzyme, die Zellulose und Stärke in fermentierbare Zucker abbauen und in weiterer Folge als Ausgangsstoff für biobasierte Chemikalien dienen. Die Umwandlung und Nutzung nachwachsender Ressourcen mit Hilfe der Biotechnologie ist hier ein zentrales Thema der Forschung und Industrie. Zwar kann Stärke enzymatisch einfach und effizient in Zucker umgewandelt werden. Allerdings wird sie vor allem aus Rohstoffen gewonnen, die vordergründig als Lebensmittel dienen. Die Forscher wollen stattdessen Biomasse wie Holz, Gräser oder Weizenstroh zur Gewinnung von Rohstoffen heranziehen. Das Problem dabei: Der komplexe Aufbau von Biomasse verhindert einen effizienten und schonenden Aufschluss. Ein Schwerpunkt der Tagung war daher, verschiedene Themen rund um diesen Abbau von Zellulose und Hemizellulosen zu beleuchten und neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien vorzustellen.

Kohlenhydrate in Nahrung und Medizin
Zucker und Kohlenhydrate spielen auch in der Medizin und der Ernährung eine wichtige Rolle. Prof. Hung Wen Liu von der Universität Texas in Austin sprach über Enzyme, die an der natürlichen Synthese des Antibiotikums Gentamicin beteiligt sind. Gentamicin wird vom Bakterium Micrononospora purpurea gebildet, setzt sich aus drei unterschiedlichen Aminozuckern zusammen und wird etwa gegen bakterielle Infekte der Atemwege eingesetzt. Ein Teil der Tagung befasst sich auch mit der Bedeutung unterschiedlicher Zucker und Bakterien der Darmflora, deren Wichtigkeit für die Gesundheit in den letzten Jahren mehr und mehr erkannt wird. Natalie Juge vom Institute of Food Research Norwich, behandelte in ihrem Vortrag unterschiedliche Strategien von Bakterien, um Mucine – das sind Polysaccharide, die etwa von der Darmschleimhaut gebildet und von bestimmten positiven Darmbakterien als natürliches ‚Futter’ verwendet werden – zu verstoffwechseln. Prof. Xi Chen von der University of California Davis beschäftigte sich in ihrem Vortrag ebenso mit Enzymen, welche aus einfachen Zuckern komplexer Moleküle bilden, sogenannte Oligosaccharide. Konkret befasst sie sich mit Sialyltransferasen. Diese sind für die Synthese und Produktion von Oligosacchariden, die natürlich in der Muttermilch vorkommen, interessant. Diese Muttermilch-­Oligosaccharide, von denen bis zu 130 unterschiedliche Moleküle in Muttermilch vorkommen können, schützen Säuglinge vor unterschiedlichen bakteriellen Infektionen und tragen darüber hinaus zur Ausbildung einer positiven, vielfältig ausgeprägten Darmflora bei.

Von A wie Algen bis Z wie Zellulose
Weitere wichtige Themen der Tagungen beschäftigten sich mit neuentdeckten, kohlenhydrat-­aktiven Enzymen etwa aus unterschiedlichen Algen, oder mit der Verwendung von Kohlenhydrate als funktionelle Biomaterialien mit unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten. Die CBM13, das nächste Meeting der Veranstaltungsreihe, findet in zwei Jahren in Toulouse statt.

Die inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag liegt ausschließlich beim Aussender. Beiträge können Vorhersagen enthalten, die auf Erwartungen an zukünftige Ereignisse beruhen, die zur Zeit der Erstellung des Beitrags in Aussicht standen. Bitte verlassen Sie sich nicht auf diese zukunftsgerichteten Aussagen.

Als Life Sciences Organisation mit Sitz in Wien möchten Sie, dass LISAvienna auf Ihre News und Events hinweist? Senden Sie uns einfach Ihre Beiträge an news(at)lisavienna.at.