Die Europäische Union hat die Förderung eines Wissenschafts-Kommunikations-Projektes im Bereich Kinder-Krebsforschung mit 618.000 Euro innerhalb des 7. EU-Rahmenprogramms beschlossen. Die Partner des von Wien aus koordinierten internationalen Projekts „Forschen heilt Krebs“ http://www.ccri.at/forschenheiltkrebs sind die St. Anna Kinderkrebsforschung, die in Bonn ansässige Deutsche Kinderkrebsstiftung, das St. Anna Kinderspital und die Otto Pammer Filmproduktion. Ziel ist es, die stark gestiegenen Überlebensraten von mehr als 75% und die deutlich verbesserte Lebensqualität ehemaliger Kinder-Krebspatienten zu vermitteln. Mit einem vielfältigen Maßnahmenpaket soll der Erfolg der pädiatrischen Onkologie kommuniziert werden, der auf verbesserte Therapieoptionen für krebskranke Kinder und Jugendliche, die multizentrische internationale Vernetzung der Experten und auf rasante Entwicklungen in der Labor- und klinischen Forschung zurückzuführen ist.
Offizieller Startschuss ist am kommenden Samstag, 7. März, in Bonn bei der Tagung desbundesweiten Behandlungsnetzwerkes für Hirntumoren im Kindes- und Jugendalter. „Wir können heute, je nach Erkrankung, etwa drei Viertel jener Kinder, die noch vor dreißig Jahren als unheilbar galten, langfristig heilen. Nur durch kontinuierliche intensive Laborforschung und Forschung direkt am Patienten werden wir in der Lage sein, auch jenen Kindern zu helfen, für die derzeit noch kein bleibender Erfolg erzielt werden kann“, so Univ.-Prof. Helmut Gadner, Leiter der St. Anna Kinderkrebsforschung, ärztlicher Direktor des St. Anna Kinderspitals und Projekt-Koordinator. Die breite Bevölkerung für Krebs bei Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren, steht im Mittelpunkt aller geplanten Aktionen.
Im Rahmen des zwei-jährigen Projekts „Forschen heilt Krebs“ soll der öffentliche Zugang zu Forschungsprozessen und –erkenntnissen in Zusammenarbeit von Wissenschaftern und Vertretern aus dem Medienbereich verbessert werden. Vor allem junge Menschen sollen durch kreative Aktionen interessiert und begeistert werden. Events, wie eine Bergbesteigung mit ehemaligen Kinderkrebspatienten im zweiten Projekt-Jahr, Fachtagungen mit Patientenorganisationen und ein technisch anspruchsvolles und optisch modern aufbereitetes Web-Portal ab Herbst 2008, das auch kurze Filme und ein Forum für ehemalige Kinderkrebs-Patienten enthält, sollen das Thema Krebs bei Kindern und Jugendlichen sowie die komplexen Aspekte der Forschung einem großen Publikum näher bringen. Mit konkreten Beispielen und einfach verständlicher Sprache soll unter anderem gezeigt werden, woran die beteiligten Kinderkrebs-Forscher arbeiten. Um die emotionale Ebene dieses Wissenschafts-Kommunikations-Projekts bestmöglich zu transportieren und ein möglichst großes Publikum anzusprechen, soll auch ein TV-Dokumentarfilm gedreht werden.
"Die Erfolgsleistungen auf dem Gebiet der Kinder-Krebsforschung in Europa sind ein großer Verdienst vieler privater Spender und öffentlicher Förderorganisationen“, erklärt Univ.-Prof. Gadner. Da die Bemühungen, die Behandlungen der krebskranken jungen Patienten kontinuierlich zu verbessern, mit einem stetig wachsenden Bedarf an Geldmitteln einhergehen, soll im Rahmen des Projekts auch die Notwendigkeit der Förderung biomedizinischer und patienten-orientierter Forschung betont werden. Insbesondere gilt es, den europäischen Steuerzahlern die Bedeutung der EU-Rahmenprogramme zu verdeutlichen. Im Zusammenhang mit erfolgreich durchgeführten Projekten im Bereich der Kinder-Krebsforschung, die mit EU Fördermitteln finanziert wurden, sollen die Rahmenprogramme als bedeutende Triebfeder für internationale Forschungsprojekte erklärt werden.
Rund 250 Kinder und Jugendliche erkranken in Österreich jährlich an Krebs. In Deutschland verzeichnet man pro Jahr etwa 2.000 neu diagnostizierte Fälle. Am häufigsten erkranken die jungen Patienten an Leukämien (Blutkrebs), gefolgt von Hirntumoren sowie Lymphknotenkrebs. In der ausgezeichneten Bewertung des Projektes „Forschen heilt Krebs“ durch die Europäische Kommission und in der damit verbundenen Förderung sehen die Partner eine große Chance, ihre Anliegen öffentlichkeitswirksam publik zu machen. „Wenn es uns gelingt, in der Bevölkerung Verständnis dafür zu wecken, wie die notwendige nachhaltige Nachsorge ehemaliger Kinder-Krebspatienten gewährleistet, aber auch wie ihre soziale Reintegration als in vielen Fällen geheilte und nunmehr gesunde Menschen verbessert werden kann, haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein gesetzt“, so Univ.-Doz. Michael Dworzak, Oberarzt am St. Anna Kinderspital und Kinder-Krebsforscher.
Medien-Rückfragehinweis:
Sandra Brezina-Krivda -> Öffentlichkeitsarbeit für „Forschen heilt Krebs“
St. Anna Kinderkrebsforschung ⎢Kinderspitalgasse 6 ⎢1090 Wien Tel.nr.: +431/ 404-70-4450 ⎢Fax: +431/404-70-64450 Email: sandra.brezina-krivda@ccri.at, Vorläufige Website: http://www.ccri.at/forschenheiltkrebs