Am 6. März 2008 wurden die innovativsten Geschäftsideen aus der ersten Phase des internationalen Businessplan-Wettbewerbes für Life Sciences „Best of Biotech – get your business started!“ prämiert. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der hohen Qualität und zeichnete gleich sechs anstelle der geplanten fünf Projekte aus.
Bereits zum 4. Mal findet der Businessplan-Wettbewerb BOB - Best of Biotech - statt. BOB richtet sich an Studierende und WissenschafterInnen von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie an alle, die auf Basis von Forschungsergebnissen eine innovative Geschäftsidee entwickelt haben.
In der ersten Phase (2.12.07 – 1.2.08) des zweistufigen Wettbewerbs waren TeilnehmerInnen aus ganz Österreich und den Nachbarländern mit Fokus auf Slowenien, Tschechien und Ungarn aufgerufen, ihre Idee in Form eines kurzen Geschäftskonzeptes einzureichen. 42 Teams und Einzelpersonen haben dem Aufruf Folge geleistet und ihre Innovationen mit Potenzial zur unternehmerischen Umsetzung eingebracht. Die 22-köpfige international besetzte Expertenjury ermittelte aus den eingereichten Life Science Projekten gleich sechs Sieger anstelle der geplanten fünf. Den Gewinnern wurde im Rahmen der heutigen Preisverleihung ein Preisgeld in der Höhe von je €1.400 überreicht.
Top mit BOB: Vom Labor zum Mitnehmen bis zum „Nasenvibrator“ gegen verschnupfte Nasen
Die Bandbreite der Siegerprojekte deckt die Fachgebiete der Life Science Branche ab und reicht von neuen Diagnostikverfahren über Medikamentenwirkstoffe bis hin zu neuen Therapiemöglichkeiten: So entwickelte etwa Biorealis aus Bratislava ein „tragbares Labor“ zur Analyse von Wein, Nahrungsmitteln und Blut. Der Grazer Forscher Karl Lohner widmete sich neuartigen Antibiotika, die die Entstehung von Resistenzen und septischen Schocks verhindert. microQCM, ein innovatives Sensor-Design, ermöglicht in Zukunft markierungsfreie Untersuchungen molekularer Interaktionen. An einem neuen Diagnostikansatz, der mit Hilfe von Biomarkern in Zukunft Nierenkrankheiten früher und besser erkennbar machen soll, arbeitet das österreichische Nephronic-Team. OPSOVAC aus Innsbruck setzt auf neuartige Impfstoffe, die zukünftig gegen HIV und Hepatitis C zum Einsatz kommen könnten. Ventino, ein ungarisches Jungunternehmen aus Debrecen, entwickelt einen „Nasenvibrator“, der verstopfte Nasen wieder frei macht.
„BOB zeigt und bestätigt wieder einmal das enorme Potenzial der Life Sciences in Österreich, aber auch der angrenzenden Nachbarregionen. Für einen attraktiven Standort sind innovative Start-ups unabdingbar, denn Forschung alleine reicht nicht aus, es braucht auch mutige Entrepreneures, die Marktchancen erkennen und darauf ein Business aufbauen“, betont Sonja Hammerschmid, Bereichsleiterin Technologie und Innovation der aws. Besonders zufrieden zeigt sich auch Eva Czernohorszky, Geschäftsführerin der Life Science Austria Vienna Region, kamen immerhin 10 von 42 Projekten aus Wien und bekräftigt: „Wir freuen uns über die Qualität und Anzahl der Einreichungen. Jetzt gilt es, die Geschäftsideen in die richtigen Kanäle zu lenken. In maßgeschneiderten Workshops und Bootcamps erhalten die TeilnehmerInnen dazu das nötige Know-how.“
BOB geht in die zweite Phase – Einreichung weiterhin möglich
Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Phase des Wettbewerbes kann nun in die zweite Phase (6.3. – 30.5.) gestartet werden. Ausgehend von den Geschäftsideen sollen nun professionelle Businesspläne entstehen, die schließlich die Grundlage für eine mögliche Unternehmensgründung bilden. Ob GewinnerIn oder nicht, jede/r TeilnehmerIn der ersten Phase kann weiter mit dabei sein! Phase II ist natürlich auch offen für Neueinreichungen. Die TeilnehmerInnen werden dabei tatkräftig durch erfahrene Coaches unterstützt. Um sich das nötige Wissen aneignen zu können, werden zweitägige Workshops zur Businessplanerstellung in Innsbruck, Wien und Graz abgehalten. Weiters erhalten die TeilnehmerInnen im Boot Camp 1 im April die Chance, mit ExpertInnen direkt an ihren Businessplänen zu arbeiten. Die besten 10 wiederum werden anschließend im Rahmen des Boot Camp 2 umfassend auf die finale Jury-Präsentation vorbereitet.
Einen Tag später, am 27. Juni, präsentieren die TeilnehmerInnen, ihre Businesspläne vor einer internationalen Jury aus IndustriespezialistInnen, WissenschaftlerInnen und RisikokapitalgeberInnen. Den beiden besten Projekten winken attraktive Geldpreise in der Höhe von EUR 15.000 und EUR 10.000, die von Baxter BioScience und Boehringer Ingelheim gestiftet werden.
Best of Biotech ist eine Initiative der Austria Wirtschaftsservice GmbH und Life Science Austria Vienna Region sowie verschiedener öffentlicher und privater Partner im In- und Ausland.
Ablauf Best of Biotech Phase II
6. März – 30. Mai 2008: Phase 2 – Einreichung Businessplan
März 2008: Zweitägige Workshops zur Erstellung des Businessplans in Innsbruck (11., 12. März), Wien (28., 29. März), und Graz (31. März, 1. April)
21., 22. April 2008: Boot Camp 1 26. Juni 2008: Boot Camp 2 27. Juni 2008: Präsentation der Businesspläne vor der Jury 3. Juli 2005: Abschlussgala mit Preisverleihung
Informationen, Anmeldung und Einreichung:www.bestofbiotech.at
Best of Biotech: Siegerprojekte 07/08 - Phase I
>> Biorealis
Miroslav Stredansky, Jan Tkac, Silvia Stredanska, Pavol Szomolanyi - Bratislava, SK
Die Geschäftsidee beruht der Entwicklung eines „tragbaren Labors“, das zur quantitativen Analyse von Inhaltsstoffen in Wein, Nahrungsmitteln und Blut eingesetzt werden kann. Die neu gegründete Firma Biorealis kombiniert für diese Entwicklungen Ansätze aus Biotechnologie und Nanobio-technologie.
>> Intelligent peptide design to combat antibiotic resistance and septic shock Uni.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Karl Lohner, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Graz
Die Geschäftsidee hat sich die Entwicklung von neuartigen Antibiotika zum Ziel gesetzt. Der Wirkmechanismus dieser Antibiotika erlaubt eine schnelle Wirkung, verhindert die Entstehung von Resistenzen und schützt gleichzeitig vor Auftreten eines septischen Schocks.
>> microQCM
Dr. Markus Gruber, Aachen, D
Die Geschäftsidee beruht auf der Entwicklung und Vermarktung eines Sensor-Designs zur markierungsfreien Untersuchung biomolekularer Interaktionen im Life-Science-Bereich. Eine Anwendung findet sich im Besonderen in der biochemischen Forschung und Entwicklung, der pharmazeutische Produktentwicklung, sowie Qualitätskontrolle z.B. in der Lebensmittelindustrie.
>> Nephronic biomedical research Dr. Gert Mayer, Medizinische Universität Innsbruck,
Dr. Rainer Oberbauer, Krankenhaus der Elisabethinen Linz,
Bernd Mayer, Arno Lukas, emergentec biodevelpment GmbH Wien
Das Team aus Innsbruck, Linz und Wien entwickelt innovative Produkte im Bereich der Diagnostik für Nierenkrankheiten. Auf Basis von Biomarkern sollen Tests entwickelt werden, die über das Risiko von akutem Nierenversagen informieren bzw. den Fortschritt von chronischen Nierenerkrankungen anzeigen und das biologische Alter von Transplantationsorganen bestimmen.
>> OPSOVAC
Prof. Dr. Heribert Stoiber, Medizinische Universität Innsbruck
OPSOVAC entwickelt neuartige Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten. Diese Impfstoffe wirken durch eine Kombination von speziellen Antikörpern und die Unterstützung der eignen Immunabwehr. In einem ersten Entwicklungsschritt sollen Impfstoffe gegen und Therapeutika zur Behandlung von HIV und Hepatitis C entstehen. Später soll die Technologie auch in der Anwendung gegen Krebs zum Einsatz kommen.
>> Ventino Dr. Csaba Pankucsi, Ventino Ltd., Debrecen, H
Das Team aus Debrecen hat einen „Nasen-Vibrator“ entwickelt, der verstopfte Nasen während eines Schnupfens oder bei Allergien wieder befreit. Der Mechanismus beruht auf dem Anstieg des nasalen Stickoxids, das die Nase reinigt. Eine äußere Anwendung des Lippenstift-großen Vibrators für nur 20 Sekunden befreit die Nase bis zu 2 Stunden.
BOB Kontakt:
Dr. Nina Sallacz Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH
A-1030 Wien, Ungargasse 37 tel.: +43 (1) 501 75 - 350 mail: n.sallacz(at)awsg.at
web: www.awsg.at