Seit 365 Tagen ist die Bundesregierung im Amt. Aus Sicht des Verbandes der Arzneimittel-Vollgroßhändler Phago ist es daher Zeit, eine Zwischenbilanz in Sachen Arzneimittel-Versorgung zu ziehen:
Die Versorgungslage bei Arzneimitteln zeigt je nach Medikamenten-Gruppe unterschiedliche Entwicklungen. Insgesamt gibt es aktuell bei 1.240 Medikamenten Probleme mit dem Nachschub, allen voran bei Antidiabetika sowie antibiotischen Augentropfen. Damit diese Lieferprobleme nicht zur Gänze bei den Patient:innen aufschlagen, betreibt der Großhandel ein aufwändiges Mangel-Management.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Situation relativ konstant.
Dringenden Handlungsbedarf sehen die Phago-Großhändler bei der Sicherung der Arzneimittel-Infrastruktur: Um die Arzneimittelversorgung auch bei den ganz billigen Arzneimitteln aufrechterhalten zu können, erhält der Großhandel derzeit den sogenannten Infrastruktursicherungsbeitrag. Betroffen sind 100 Mio. Arzneipackungen jährlich, allen voran Arzneimittel für Volkskrankheiten, wie Blutdrucksenker, aber auch Schlafmittel und Magenschutzmittel, für deren Auslieferung dieser Beitrag entscheidend ist.
Es braucht aber eine grundlegende Adaptierung der Vergütung, um die Leistungen der Arzneimittel-Großhändler nachhaltig aufrechterhalten zu können. „Die gesetzliche Regelung unserer Vergütung ist seit über 20 Jahren unverändert und muss dringend an die geänderten Gegebenheiten angepasst werden. Unsere wirtschaftlichen Grundlagen sind kein Nebenschauplatz, sondern eine zentrale Voraussetzung, damit die Arzneimittelversorgung funktioniert“, betont Mila Pohl für den Verband der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler.
Ähnlich angespannt ist die finanzielle Situation in Deutschland. Hier richtete der deutsche Großhandels-Verband soeben einen Appell an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Sollte eine angemessene Vergütungsanpassung ausbleiben, sehen sich die deutschen Pharma-Großhändler gezwungen, den gesetzlichen Sicherstellungs- und Versorgungsauftrag auf das wirtschaftlich leistbare Maß zu reduzieren.
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Mag. Mila Pohl
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