Medizinprodukte vor den Vorhang gebeten - Austromed Pressekonferenz unter dem Motto
"Medizinprodukte - Unverzichtbar für das Leben"
Ein Herzanfall ohne Defibrillator, eine Schwangerschaft ohne Ultraschall oder das Fehlen jeglicher Beatmungsgeräte. Medizinprodukte sind aus der medizinischen Versorgung, aber auch aus dem täglichen Leben, nicht mehr wegzudenken. Kaum eine Diagnose oder ein ärztlicher Eingriff ist ohne Verwendung von Medizinprodukten denkbar. Sie sind somit eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung, aber auch ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor, wie eine aktuelle Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) zeigt.
(Wien, 07. Februar 2008) – Mit Medizinprodukten werden wir tagtäglich konfrontiert - oft ohne uns bewusst zu sein, dass es sich dabei um ein Medizinprodukt handelt, sei es ein Heftpflaster oder ein Fieberthermometer. Vom Medizinprodukt wird seit der Einführung des Medizinproduktegesetzes[1] gesprochen. Damit wurde ein Überbegriff geschaffen, der über 400.000 Produkte definiert, die zur Erkennung, Überwachung oder zur Linderung von Krankheiten, Verletzungen oder Behinderungen sowie zum Einsatz des anatomischen Aufbaus bzw. physiologischer Vorgänge bestimmt sind. Die Palette reicht vom einfachen Verband über den Herzschrittmacher bis hin zum künstlichen Organ. „Die Relevanz von Medizinprodukten wird neben den Innovationen der Pharmaindustrie oder den Leistungen der österreichischen Mediziner oft vergessen. Zu Unrecht“, so BM Andrea Kdolsky (BMGFJ). „Der Medizinproduktesektor ist hochinnovativ, was sich insbesondere in der Entwicklung verbesserter und neuer diagnostischer und therapeutischer Verfahren und Methoden widerspiegelt. Diese Entwicklungen beeinflussen auch in hohem Ausmaß das österreichische Gesundheitswesen.“
Vom Glüheisen zur Prothese – Forschung und Innovation
Seit dem Verbinden von Verletzungen mit Pflanzenblättern und dem Ausbrennen der Wunde mit einem Glüheisen ist eine lange Zeit vergangen. Als erste Meilensteine in der Medizintechnologie gelten u.a. die Erfindung des Fieberthermometers (1612), sowie des Nahtmaterials (1860) und der keimfreien Verbandwatte (1871). Mit diesen Innovationen begann die Entwicklung des Marktes für Medizinprodukte, wo technischer Fortschritt zu enormen Leistungen geführt hat und heute Produkte und Verfahren ermöglichen, die vor kurzer Zeit noch undenkbar waren. Künstliche Gelenke, Herzklappen, Produkte der modernen Wundversorgung oder Prothesen sind nur einige wenige Beispiele. „Eine entscheidende Entwicklung im Bezug auf Medizinprodukte war die Möglichkeit mitwachsende Prothesen für Kinder zu schaffen“, nennt Rainer Kotz, Facharzt für Orthopädie an der Univ. Klinik am AKH Wien, als Beispiel. „Vor 20 Jahren wurden die Kinder mit Knochentumoren noch mit Amputationen oder der so genannten Umkehrplastik, einer Verkürzung des Beines mit 180grädiger Verdrehung des Fußes, damit das Sprunggelenk als Kniegelenk verwendet werden kann, gemacht.“ Medizinprodukte wie diese sind heute ein fester Bestandteil in der medizinischen Versorgung. Doch auch an einfachen Beispielen lässt sich der innovative Charakter der Branche darstellen. So ist ein Pflaster heute nicht nur mehr ein Pflaster, das über Wunden geklebt wird. Die Palette reicht von antibakteriellen bis hin zu atmungsaktiven und infektionsprophylaktischen Wundauflagen. Auch spezielle Verbandsstoffe zählen heute somit zu den Hightechprodukten, sind jedoch nach wie vor einfach in der Anwendung. Mit der raschen Entwicklung der Medizintechnik steigen die Chancen der Patienten auf frühere Erkennung und ermöglichen dadurch eine schnellere Behandlung, eine schnellere Heilung, eine kürzere Rekonvaleszenz und in Folge einen früheren Wiedereinstieg in das Berufsleben.
Patientensicherheit durch Ausbildung
Mit dem Medizinproduktegesetz wurden anspruchsvolle Standards geschaffen, durch die der optimale Schutz für die Patienten gewährleistet wird. Die Sicherheit für die Patienten wird letztendlich jedoch nur durch die sachgerechte Anwendung garantiert. Voraussetzung ist somit die Verfügbarkeit hochqualifizierter Personen, welche die Anwender in den optimalen und sicheren Umgang mit Medizinprodukten einweisen. „Die Qualität der Produkte wird in Zukunft immer wichtiger, das Medizinproduktegesetz, das sowohl für die Industrie aber auch für die Verbraucher eine Herausforderung darstellt, zielt ganz maßgeblich auch auf die Qualitätskriterien ab. Ein besonderes Augenmerk wird in Zusammenhang mit dem Medizinproduktegesetz auf das Service, die Schulung und Einweisung des Medizinproduktes gelegt“, so Nikolaus Koller, Präsident der Bundeskonferenz der Krankenhausmanager Österreichs (BUKO). Eine Möglichkeit den Know-how Transfer vom Hersteller zum Anwender zu optimieren, bietet die AUSTROMED, die Vereinigung der Medizinprodukte- Unternehmen in Österreich. In der etablierten AUSTROMED Akademie werden Ausbildungsseminare angeboten, welche die Absolventen dazu befähigen sollen, die Anforderungen des „Medizinprodukteberaters“ im Medizinproduktegesetz in vollem Umfang zu erfüllen. „Die angebotenen Seminare bilden eine wertvolle Basis bzw. Ergänzung zu den unternehmenseigenen Ausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen“, erläutert Helmut Leuprecht, Präsident der AUSTROMED.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Medizinprodukte-Unternehmen
Neben der Bedeutung für die Gesundheit der Bevölkerung sind österreichische Medizinprodukte-Unternehmen ein beachtlicher Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor. Dies belegt eine aktuelle Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI), die von der AUSTROMED in Auftrag gegeben wurde. Die Ergebnisse belegen die Bedeutung der Branche, die durch Vorleistungsnachfrage und Konsumeffekte maßgeblichen Einfluss auf andere Wirtschaftsbereiche ausüben und volkswirtschaftliche Effekte generieren. „Gesamtwirtschaftlich hängen ein Produktionswert von insgesamt 3.405 Mio. EUR, eine Wertschöpfung von 1.633 Mio. EUR und 16.943 bis 18.727 Arbeitsplätze direkt und indirekt (inkl. Konsumeffekte) von den Unternehmen der vom Industriewissenschaftlichen Institut untersuchten Medizinprodukte-Unternehmen ab“, fasst Herwig Schneider, Geschäftsführer des IWI zusammen. Dass sich die Branche besonders durch umfassende Service- und Beratungsleistung auszeichnet, untermauern einmal mehr die Ergebnisse des IWI. So verbringen nach Einschätzung von rund 37 Prozent der befragten Unternehmen deren Mitarbeiter ca. die Hälfte des Monats im Rahmen von Service-, Beratungs- und Schulungsleistungen beim Kunden. Weitere 46 Prozent schätzen diesen Wert sogar noch höher ein.
[1] Die gesetzliche Regelung geht auf das Jahr 1996 zurück, in dem das Medizinproduktegesetz auf der Basis europaweit geltender Richtlinien geschaffen und veröffentlicht wurde. Die Festlegung der so genannten „grundlegenden Anforderungen“ umfasst alle wesentlichen Leistungs- und Sicherheitsparameter, die für alle Produkte Geltungen haben. Für eine Vielzahl von Produktgruppen sind darüber hinaus zusätzliche Anforderungen zu erfüllen, die in so genannten „Harmonisierten Normen“ festgelegt sind. Die Klassifizierung erfolgt nach ihrem Risikopotenzial und ist aufsteigend in Risikoklassen eingeteilt. Erst bei positivem Abschluss des Konformitätsbewertungsverfahrens erhält jedes Produkt zum Zeichen seiner uneingeschränkten Verkehrssicherheit in der EU die notwendige CE-Kennzeichnung. Die Einhaltung aller Normen und Verfahren (Qualitätssicherung) wird sowohl auf europäischer als auch auf internationaler Ebene durch ein Medizinprodukte-Überwachungssystem ergänzt und sichergestellt.
Über AUSTROMED
AUSTROMED ist die führende österreichische Interessenvertretung für alle Unternehmen, die in der Produktion, der Aufbereitung und dem Vertrieb von Medizinprodukten in Österreich tätig sind. Derzeit zählt AUSTROMED 97 Mitglieder, die in allen Stufen der Versorgung, von der Entwicklung und Produktion bis zum Vertrieb und in allen damit verbundenen Serviceleistungen, aber auch der Aufbereitung engagiert sind. Mit ihrer Arbeit vertritt die AUSTROMED die Interessen der Mitglieder nachhaltig. Dies erreicht sie in der Mitgestaltung einschlägiger Gesetze und Verordnungen, sowie in der ständigen Kooperation mit allen Beteiligten des Gesundheitswesens, wie z.B.: Behörden, Krankenanstalten, Krankenkassen, Ärzte- und Pflegevereinigungen. Eines der obersten Ziele ist die Förderung der Mitglieder. Zu diesem Zweck wurde die AUSTROMED AKADEMIE gegründet, in deren Rahmen qualitativ hochstehende Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, wie Seminare, Workshops und Vorträge angeboten werden.
Rückfragehinweis:
Welldone Marketing- und Kommunikationsberatungsges.m.b.H.
Mag. Angelika Schlacher | Public Relations Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien Tel.: 01/402 13 41-37 | E-Mail: pr(at)welldone.at
Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen.