Von 22.–25. 10. 2007 fand im Austria Center Vienna die „World of Health IT 2007“ statt. Detaillierte Infos bis hin zur Liste der registrierten Personen finden sich unter www.worldofhealthit.org. Rund 65 Personen aus Österreich waren registriert, insgesamt sprechen die Organisatoren von 2000 Besuchern. Günter Schreier von der Austrian Research Centers GmbH war vor Ort und kommentiert die Besucherzahl schmunzelnd: "Das Wetter war durchgängig schlecht, so dass man annehmen darf, dass die meisten von ihnen auch tatsächlich auf der Tagung waren." Im folgenden sein Gastkommentar.
Günter Schreier über die World of Health IT 2007
Die World of Health IT, kurz WHIT, ist keine wissenschaftliche Veranstaltung, sondern eine Messe mit „Educational Programme“. Anwendungsorientierte Fragestellungen nehmen daher einen entsprechend breiten Raum ein. Es ging nicht primär um Zukunftsthemen (die „genomische“ Medizin war zum Beispiel kein Thema, Telemedizin nur ein Nebenschauplatz), am Programm standen vielmehr praktische Beispiele und Probleme bei der Einführung von IT in verschiedenen Sektoren des Gesundheitswesens. In 50 Sessions und 3 KeyNote–Sessions wurden insbesondere folgende fünf Themenfelder behandelt: "Integrating IT Leadership to Improve Healthcare Delivery and Performance", "eHealth Implementation: From Plans to Action", "Patient Safety", "Integrated Care" und "Emerging Technologies and Healthcare Delivery".
Positiv ist mir die Möglichkeit in Erinnerung, Vorträge im Powerpoint-Notizmode vor Ort ausdrucken zu können. Negativ hatte ich empfunden, dass die Firmenausstellung nur 2 x pro Tag zu bestimmten Zeiten geöffnet war – es war also nicht immer möglich, Attraktivitätslücken im Programm mit einem Besuch der Industrieausstellung zu kompensieren.
Aus der Sicht eines IKT-Forschers ziehe ich folgende Schlüsse:
- Effektive Kommunikation im Gesundheitswesen – im Sinne von Datenaustausch - ist derzeit nach wie vor die Ausnahme und nicht die Regel.
- Österreich ist ein aktiver Spieler mit ambitionierten Plänen: Laut Herrn Dr. Auer, Sektionsleiter im Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend, strebt Österreich eine führende Rolle im Ausbau der eHealth-Infrastruktur an.
- Generell ist hier noch ein breites Betätigungsfeld auch für IKT-Forschung & Entwicklung gegeben, wenn auch die Ursache für fehlende Kommunikation oft nicht primär in fehlender Technologie bzw. Produkten liegt, denn
- ist die IKT-Lösung für ein spezielles Problem konzipiert und entwickelt, liegen vor der Implementierung im Gesundheitswesen noch enorme Herausforderungen im administrativen, organisatorischen, und unter Umständen auch politischen Bereich.
- Es scheint aber doch so zu sein, dass die Zeit der isolierten Insellösungen langsam zu Ende geht und die
Ära der „Interoperabilität“ heraufdämmert.
Zum Autor:
Dr. Günter Schreier leitet das Geschäftsfeld eHealth systems des Bereichs Biomedical Engineering der Austrian Research Centers GmbH – ARC. Sein Team an den Standorten Graz, Hall in Tirol und Wien beschäftigt sich mit angewandter Forschung in den Bereichen Medizinische Informatik und Bioinformatik. Von 29. bis 30. Mai 2008 wird er in Wien zum zweiten Mal eine Tagung unter dem Motto „Medical informatics meets eHealth“ organisieren. Das Ziel ist es, eine Brücke von der Forschung zur Anwendung zu bauen und ein eHealth-Forum für alle „Stakeholder“, insbesondere Medizininformatiker, Ärzte und Gesundheitsdienstleister, die Industrie, und die Öffentliche Verwaltung zur Verfügung zu stellen.
Weitere Informationen vgl. www.eHealth2008.at
Gastkommentar von Günter Schreier zur World of Health IT 2007
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