Die Biochemikerin Andrea Barta untersucht mit ihrer Forschungsgruppe die Struktur und Funktion von RNA-Protein Komplexen, im Speziellen das Spleißen von mRNA. Die Forschungen werden durch einen Sonderforschungsbereich des FWF, dem GEN-AU Programm und international durch ein Network of Excellence, EURASNET, gefördert. Zusätzlich zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit an den Max F. Perutz Laboratories, einem Joint-Venture der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien am Campus Vienna Biocenter, engagiert sich Andrea Barta stark für die Vermittlung der „Faszination Forschung“ in der Öffentlichkeit. Sie gründete 1997 mit Kollegen auch anderer Universitäten den Verein Dialog<>Gentechnik und in Folge das Vienna Open Lab, um molekularbiologische Forschung leicht verständlich und erlebbar zu machen.
Da die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Österreich ein weiteres Anliegen von Andrea Barta ist, leitet sie seit 2006 ein vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanziertes Doktorats-Kolleg zum Thema RNA-Biologie, an dem Institute des gesamten Campus Vienna Biocenter beteiligt sind.
„Ich hoffe, dass bald noch mehr Frauen zu wirklichen Mitgliedern der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt werden“, beschreibt Barta ihr wichtigstes Anliegen: mehr Frauen für eine Forscherkarriere zu begeistern. Denn sie ist eine von nur vier Frauen, die derzeit als aktive Vollmitglieder in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der ÖAW tätig sind.
Kurzbiographie:
Ao.Prof. Andrea Barta, geboren 1950 in Wien, studierte Biochemie an der Universität Wien. Nach ihrer Promotion 1979 und Postdoc-Aufenthalten an den Universitäten von Kalifornien in San Francisco und Santa Cruz, USA, habilitierte sie 1989 im Fach Biochemie an der medizinischen Fakultät und ist seither an der Medizinischen Universität Wien, Max F. Perutz Laboratories tätig. Andrea Barta ist unter anderem leitendes Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie, gewähltes Mitglied der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (EMBO), Senatsmitglied der Österreichischen Christian Doppler Gesellschaft (CDG) und Beirat des BRIDGE Programms der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). 1989 erhielt sie den Sandoz Preis für Chemie, 2002 wurde sie mit dem UNESCO-L'OREAL Special Honour Award for Woman in Science ausgezeichnet.
Links:
Andrea Barta’s Arbeitsgruppe an den MFPL http://www.mfpl.ac.at/index.php?cid=68
Österreichische Akademie der Wissenschaften http://www.oeaw.ac.at/