Pharmig: Brexit: Austritt mit offenen Fragen für Patienten

Das Vereinigte Königreich verlässt die Europäische Union. Zurück bleiben offene Punkte bei Zoll, Zulassung und Zukunft der länderübergreifenden Gesundheitsversorgung.

Anlässlich des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union sagt Pharmig-Generalsekretär Mag. Alexander Herzog: „Wir bedauern, dass der Brexit nun rechtskräftig vollzogen wird. Ein wichtiger Player auf dem Gebiet der Arzneimittelproduktion und Qualitätskontrolle verlässt die EU. Doch obwohl es um 500 Millionen Menschen geht, fehlen immer noch Vereinbarungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich in den Bereichen Zoll, Zulassung und Zukunft der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung. Ich wünsche mir Klarheit für die Patienten Europas.“

Weiterhin offen bleibt, ob oder welche Zölle auf Arzneimittel und Medizinprodukte erhoben werden. Wird bis Jahresende 2020 kein Freihandelsabkommen verhandelt und keine Verlängerung beantragt, treten die strengeren Zollregelungen der World Trade Organization in Kraft. Darüber hinaus ist unklar, inwieweit das Vereinigte Königreich mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zusammenarbeiten wird und ob eine Vereinbarung über die gemeinsame Gesundheitsversorgung zustande kommt. Ohne diese hätten EU-Bürger keinen Zugang zu den Gesundheitsdiensten im Vereinigten Königreich und umgekehrt.

„Die pharmazeutische Industrie hat alle ihr möglichen Vorkehrungen getroffen, um die Arzneimittelversorgung der europäischen Bevölkerung dies- und jenseits des Ärmelkanals bestmöglich abzusichern“, erklärt Herzog. Es wurden Zuständigkeiten für Zulassungen in die EU transferiert, Standorte für Chargenfreigaben verlegt und vor allem auch Logistikprozesse geändert bzw. auch zusätzliche Transport- und Lagerkapazitäten geschaffen. Außerdem wurden Arzneimittel-Überwachungssysteme geändert, Personal von Unternehmen in neue Prozesse eingeschult oder neu rekrutiert.

Etwa eine Milliarde Arzneimittelpackungen passieren jedes Jahr den Ärmelkanal. Das entspricht monatlich durchschnittlich 45 Millionen, die derzeit von UK in die EU verbracht werden und etwa 37 Millionen in die andere Richtung. Mehr als 2.600 Medikamente werden im Vereinigten Königreich hergestellt. Für Herzog steht fest: „Die pharmazeutische Industrie versorgt Menschen auf der ganzen Welt mit Arzneimitteln. Der Brexit darf in diesem sensiblen Bereich weder Hindernis noch Einschränkung für die Gesundheitsversorgung von Patienten sein.“

Über die Pharmig: 

Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband 120 Mitglieder (Stand Jänner 2020), die den Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken. Die Pharmig und ihre Mitgliedsfirmen stehen für eine bestmögliche Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen und sichern durch Qualität und Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt.

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