SzeleSTIM: Schmerzlinderung am Ohr: Riesenerfolg für TU Wien und MedUni Wien Spin-off

SzeleSTIM, ein Spin-off von TU Wien und Meduni Wien, entwickelte ein Gerät, das mit elektrischen Impulsen Schmerzen lindert. Dafür gab es nun den Hauptpreis bei „Pioneers18“ und eine Auszeichnung von „Glaub an dich“.

Schmerzen werden meist mit Medikamenten bekämpft, die leider schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten: Seit Jahren arbeitet Prof. Eugenijus Kaniusas gemeinsam mit Dipl.-Ing. Stefan Kampusch vom Institut für Electrodynamics, Microwave and Circuit Engineering der TU Wien mit Dr. Jozsef Széles von der Meduni Wien zusammen, um elektrische Schmerzlinderungsmethoden weiterzuentwickeln. Mit elektrischen Impulsen kann man am Ohr den Vagusnerv stimulieren und dadurch Opiate ersetzen.

Gemeinsam gründeten Kaniusas, Kampusch und Széles das Start-up-Unternehmen „SzeleSTIM“ und entwickelten das Nervenstimulations-Gerät „AuriMod“. Dafür wurde SzeleSTIM am 25. Mai mit dem Hauptpreis beim großen internationalen Start-up-Festival „Pioneers 18“ ausgezeichnet – das Spin-off ist „Pioneer of the year“.

Am Tag vorher war das Unternehmen bereits zum Wiener Landessieger der größten österreichischen Start-up-Challenge „Glaub an dich“ gekürt worden.

Messen und Beeinflussen

„Dass man durch elektrische Stimulation des Nervus Vagus tolle Erfolge erzielen kann, weiß man schon seit Jahren“, sagt Eugenijus Kaniusas. „Über winzige Nadeln im Ohr kann man das parasympathische Nervensystem anregen und damit Schmerzen lindern, Entzündungen eindämmen oder die Durchblutung verbessern – ganz ohne Medikamente.“

Diese Techniken gibt es bereits, sie waren bisher aber noch nicht ausgereift: „Die bisher verfügbaren Therapiekonzepte stimulieren einfach auf vorgegebene Weise, ganz ohne Feedback“, erklärt Eugenijus Kaniusas. „Das kann zu einer Über- oder einer Unterstimulation führen.“ Wird zu viel stimuliert, können die Nervenendigungen ermüden und die Wirksamkeit der Therapie einschränken. Stimuliert man zu wenig, ist der Effekt ebenfalls geringer und das Therapieziel wird verfehlt. Um das optimale Mittelmaß zu finden, im Sinne einer hochindividuellen Therapie, muss man den physiologischen Zustand, der sich im Lauf der Therapie ständig verändert, überwachen und berücksichtigen.

Das kann durch spezielle Sensoren gelingen, die am Körper getragen werden – etwa am Finger oder auf der Brust, um die Herzaktivität zu erfassen. Kaniusas arbeitet mit seinem Team an einem anderen Zugang: Er möchte ohne zusätzliche Sensoren auskommen und wichtige Messgrößen direkt am Ohr messen – das gelingt nun mit dem Gerät „AuriMod“. Der Prototyp des siebenköpfigen Teams ist bereits fertig und wurde im AKH erfolgreich an Patienten getestet – 2019 soll der Marktstart folgen.

Mehr über Szelestim auf der Unternehmenswebseite: www.szelestim.com.