Sanochemia Pharmazeutika AG: SANOCHEMIA Jahresabschluss 2017/18

Die börsennotierte Sanochemia Pharmazeutika AG, Wien (ISIN AT0000776307, ISIN DE000A1G7JQ9), gibt heute ihre geprüften und bestätigten Jahreskennzahlen für das Geschäftsjahr 2017/18 (1.10.2017 bis 30.09.2018) bekannt.

Umsatz und Ertragslage: Umsatzreduktion und verringertes EBIT

  • Umsatz: TEUR 33.026 (VJ: TEUR 41.363)
  • EBIT: TEUR -12.697 (VJ: TEUR 1.193)
  • Ergebnis nach Steuern: TEUR -13.277 (VJ: TEUR -252)

Im abgelaufenen Geschäftsjahr musste ein Umsatzrückgang auf TEUR 33.026 (VJ: TEUR 41.363) verzeichnet werden. Das EBIT zeigt ebenfalls eine negative Entwicklung und hat sich im Vorjahresvergleich auf TEUR -12.697 verschlechtert. Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich auf TEUR -13.277 (VJ TEUR -252). Gründe hierfür sind zum einen das eingeschränkte GMP Zertifikat und damit verbundene ausgesetzte Auslieferungen sowie zu bildenden Rückstellungen für mögliche Schadenersatzforderungen. Zum anderen wurden Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte durchgeführt.

Die Eigenkapitalquote des Unternehmens bleibt mit 49 % weiterhin auf einem hohen Niveau.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken leicht auf TEUR 1.364 (VJ: TEUR 1.463). Die zum Vorjahr leicht gesunkenen aktivierten Eigenleistungen von TEUR 509 (VJ: TEUR 653) resultiert im Wesentlichen aus Kosten für die Entwicklung von Kontrastmitteln für den US Markt.

Die Bestandsveränderung wurde mit TEUR 2.512 (VJ: TEUR 371) deutlich höher ausgewiesen. Grund dafür sind verschobene Lieferungen dicht vor dem Bilanzstichtag und Rohstoffeinkauf aufgrund eines hohen Auftragsbestandes. Die Betriebsleistung liegt daraus resultierend mit TEUR 37.489 unter Vorjahresniveau (VJ: TEUR 43.930).

Ergebnisanalyse

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA ohne Veränderung der Rückstellungen) ist auf TEUR -5.248 (VJ: TEUR 3.614) gefallen, bedingt durch die geschrumpfte Bruttomarge und gestiegene Gemeinkosten inklusive Rückstellungen und Abschreibungen ergibt sich daraus ein negatives Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von TEUR-12.697 (VJ: TEUR 1.193).

Das Vorsteuerergebnis (EBT) wurde mit TEUR -13.413 (VJ: TEUR -210) negativ ausgewiesen. Nach einem Steuerertrag von TEUR 136 (VJ: TEUR -42) ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern von TEUR -13.277 (VJ: TEUR -252).Daraus resultiert ein Ergebnis je Aktie von -1,03 Euro (VJ: -0,02 Euro).

Finanz- und Vermögenslage

Aktiva

Die immateriellen Vermögenswerte sind gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 21.433 (VJ: TEUR 26.620) stark gesunken, vor allem durch die Abschreibungen auf Scanlux US. Die Sachanlagen sind aufgrund planmäßiger Abschreibungen auf TEUR 18.777 (VJ: TEUR 19.694) leicht gesunken. In Folge sank auch das langfristige Vermögen in Summe auf TEUR 41.484 (VJ: TEUR 47.625).

Bei den kurzfristigen Vermögenswerten stiegen die Vorräte zum Stichtag auf TEUR 15.895 gegenüber dem Vorjahr (TEUR 11.427) aufgrund kurz vor Stichtag nicht ausgelieferter Ware. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich zum Stichtag auf TEUR 5.294 (VJ: TEUR 12.517) aufgrund der geringeren Umsätze im Geschäftsjahr und konsequentem Forderungsmanagement und der hohen Auslieferung vor Stichtag im vergangenen Geschäftsjahr.

Die liquiden Mittel sind aufgrund größerer Zahlungseingänge kurz vor Stichtag von auf TEUR 3.853 gestiegen (VJ: TEUR 2.134). Gesamthaft bildeten sich daher die kurzfristigen Vermögenswerte stichtagsbezogen mit TEUR 26.972 ab und lagen damit unter dem Vorjahresniveau (VJ: TEUR 27.544).

Passiva

Beim Eigenkapital ergaben sich starke Veränderungen bei den kumulierten Ergebnissen (TEUR 16.811, VJ TEUR 12.021) und der Auflösung der Kapitalrücklagen von im Vorjahr TEUR 20.775 auf TEUR 2.708. Das Eigenkapital sank aufgrund des negativen Ergebnisses auf TEUR 33.475 (VJ TEUR 46.758). Dadurch sank die Eigenkapitalquote auf 49% (VJ 62%).
Die langfristigen Schulden stiegen auf TEUR 18.039 (VJ: TEUR 14.283), vor allem bedingt durch die Einbuchung der Rückstellungen in Höhe von TEUR 3.234. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich auf TEUR 16.941 (VJ: TEUR 14.129), aufgrund der Erweiterung eines Bankenkontokorrentkredites.

Beim Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit konnte erneut ein positives, und verbessertes Ergebnis in Höhe von TEUR 1.455 (VJ: TEUR 1.338) erzielt werden. Hierfür schlägt vor allem die Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte mit TEUR 6.839 (VJ TEUR -2.042) positiv zu Buche während die Veränderung der Vorräte durch Lageraufbau mit TEUR -4.468 (VJ TEUR -876) deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Nach Abzug gezahlter Zinsen in Höhe von TEUR -488 (VJ TEUR -1.077) ergibt sich ein positiver Cashflow aus der Geschäftstätigkeit von TEUR 957 gegenüber einem Ergebnis im Vorjahr in Höhe von TEUR 197.

Hauptsächlich aufgrund der Investitionen in die Entwicklungsprojekte und in technische Anlagen ergibt sich erneut ein negativer Cashflow aus der Investitionstätigkeit von TEUR -1.275 (VJ: TEUR -1.628). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit fiel im Geschäftsjahr mit TEUR 2.044 positiv aus, da ein Bankeninvestitionskredit und eine Ausweitung eines Bankenkontokorrentkredites durchgeführt wurden. Somit ergibt sich eine gesamthaft positive Veränderung der Zahlungsmittel zum Stichtag um TEUR 1.718 (VJ: TEUR -4.231) und somit ein cash Bestand zum Stichtag von TEUR 3.853 (VJ TEUR 2.134).

Segmentberichterstattung

HUMANPHARMAZEUTIKA: deutlich verbessertes EBIT

  • Umsatz: TEUR 21.068 (VJ: TEUR 26.546)
  • Segmentergebnis: TEUR 5.025 (VJ: TEUR 3.665)

Bei den Umsatzerlösen von TEUR 21.068 musste ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (TEUR 26.546) verzeichnet werden. Als Gründe hierfür sind verzögerte und nicht getätigte Auslieferungen im Geschäftsjahr aufgrund des eingeschränkten GMP Zertifikates zu nennen. Das Segmentergebnis aus dem Geschäftsbereich zeigt sich mit TEUR 5.025 (VJ TEUR 3.665) dennoch wesentlich verbessert. Dem liegt zu Grunde, dass trotz geringerer Umsätze, bei gesunkenen Vertriebskosten, mehr Bruttomarge erzeugt werden konnte. Das Ergebnis vor Steuern wird mit TEUR 3.731 (VJ: TEUR 3.518) ausgewiesen und ist damit höher als im Vorjahr. Aufgrund der eingeschränkten Herstellerlaubnis der Muttergesellschaft (siehe unsere Meldungen vom 12.04.2018 und 20.04.2018) und einem daraus resultierenden Produktionsausfall von rund einem Monat, konnten Lieferungen an einen spanischen Partner nicht getätigt werden, die zu einem Zahlungsausfall bei offenen Forderungen in der Höhe von rund 413 TEUR führten.

VETERINÄRPHARMAZEUTIKA

  • Umsatz: TEUR 4.858 (VJ: TEUR 6.585)
  • Segmentergebnis: TEUR -338 (VJ: TEUR 42)

Das Segmentergebnis ist mit TEUR -338 gegenüber dem Vorjahr negativ, dies vor allem durch den Wegfall von Umsatzmargen. Das Ergebnis vor Steuern bewegt sich mit TEUR -330 (VJ TEUR 54) in ähnlicher Höhe.

PRODUKTION: Pharma und Synthese

  • Umsatz: TEUR 4.829 (VJ: TEUR 7.850)
  • Segmentergebnis: TEUR -6.102 (VJ: TEUR 432)

Die externen Umsätze in der Produktion sind im Vergleich zum Vorjahr auf TEUR 4.829 gesunken (VJ: TEUR 7.850). Grund dafür sind die gestoppten Auslieferungen von Pharmaauftragsproduktionsprodukten, wohingegen die Wirkstoffe weiter ausgeliefert werden konnten. Durch aufgelaufenen Abschreibungen und Abwertungen vor Lagerbeständen hat sich das Segmentergebnis deutlich auf TEUR -6.102 (VJ TEUR 432) verschlechtert.

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG: Innovative Produkte aus eigener Entwicklung

  • Umsatz: TEUR 3.086 (VJ: TEUR 430)
  • Segmentergebnis: TEUR 1.089 (VJ: TEUR -549)

Im Segment F & E sind die Entwicklungsaktivitäten der SANOCHEMIA angesiedelt. Ziel ist die rasche Entwicklung innovativer Produkte, die auch in den eigenen Produktionsanlagen hergestellt werden können um so die Wertschöpfungskette zu optimieren.

Es wurden im Berichtszeitraum Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 3.086 (VJ:TEUR 430) erzielt. Dies vor allem durch Lizenzerlöse der F&E Projekte bei in etwa gleich bleibenden Kosten. Das Segmentergebnis wurde daher mit TEUR 1.089 (VJ: TEUR -549) positiv ausgewiesen. Das Ergebnis vor Steuern betrug TEUR 1.089 (VJ TEUR -549).

AUSBLICK

Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt durch die Einschränkung des GMP Zertifikates, dessen Auswirkung auf die Lieferfähigkeit sowie die durchzuführenden Qualitätsmaßnahmen. Für das Geschäftsjahr 2018/19 wird SANOCHEMIA weiter in Qualität investieren und strebt die Aufhebungen der Beschränkungen durch die Behörde an.

SANOCHEMIA wird sich im Geschäftsjahr 2018/19 zudem auf den weiteren Ausbau des Humanpharmageschäftes fokussieren um freie Kapazitäten zu nutzen.

Ziel der SANOCHEMIA ist es, das operative Geschäft zu stabilisieren und das Unternehmen in die Gewinnzone zu führen.

Der geprüfte Jahresabschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017/18 wird heute, 14. Februar 2019, veröffentlicht und auf der Homepage unter "Konzern-Finanzbericht" verfügbar sein.