Pharmig: Produktion zurück nach Europa holen

Produktion findet, nicht nur im Arzneimittelbereich, immer mehr außerhalb Europas statt. Maßnahmen, die Europa als Produktionsstandort wieder attraktiv machen, sind zu begrüßen.

Hohe Produktionskosten, sinkende Arzneimittelpreise und strenge gesetzliche Preisregularien setzen pharmazeutische Unternehmen in Europa zunehmend unter Druck. Die Folge dessen ist, dass viele Pharmafirmen ihre Herstellungsstätten in wirtschaftlich günstigeren Regionen außerhalb Europas ansiedeln. Dieser Trend ist nicht nur für die Produktion von Arzneimitteln zu beobachten, sondern betrifft viele Branchen. „Will man Europa und Österreich wieder zu attraktiven Produktionsstandorten machen, ist ein politisches Bekenntnis notwendig und es müssen die Rahmenbedingungen für Unternehmen entsprechend attraktiv ausgestaltet sein“, erklärt Mag. Martin Munte, Präsident der Pharmig.

Unabhängig davon, wo produziert wird, ist weltweit zudem eine gewisse Konzentration festzustellen: Immer weniger Produzenten stellen für immer mehr Unternehmen her. Entsprechend dramatisch kann daher ein Zwischenfall sein, ob durch den Ausfall einer Maschine oder, wie jüngst bei einem Blutdruck senkenden Arzneimittel geschehen, durch eine Verunreinigung im Herstellungsprozess.

Um die Situation langfristig zu verbessern, sollte politisch sichergestellt werden, dass Arzneimittel wieder vermehrt in Europa hergestellt werden können. Dazu Munte: „Egal ob für die pharmazeutische Industrie oder andere Branchen, innovationsfreundliche und vor allem langfristig verlässliche Rahmenbedingungen sind wesentliche Entscheidungskriterien dafür, wo Unternehmen investieren und wo sie sich niederlassen. Dazu zählen unter anderem faire Erstattungspreise für bewährte und speziell auch für innovative Arzneimittel.“ Die Pharmig unterstützt jedenfalls den Aufruf der Österreichischen Ärztekammer an die Politik, die Produktion von Arzneiwirkstoffen auf österreichischem Boden zu fördern.

Über die Pharmig: Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband 120 Mitglieder (Stand Juli 2018), die den Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken. Die Pharmig und ihre Mitgliedsfirmen stehen für eine bestmögliche Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen und sichern durch Qualität und Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt.