LISAvienna: Wien - Österreichs wichtigster Life Science Standort wächst

Eine aktuelle Studie bescheinigt Wien enormes Wachstum in der Life Science Branche: Im Vergleich zu 2014 zeigen die Zahlen für das vergangene Jahr 5% mehr Beschäftige und ein Umsatzplus von 23%. Diese Entwicklung beruht auf international stark nachgefragten Produkten und Dienstleistungen, kräftigen Investitionen von Pharma-, Biotech- und Medtech-Unternehmen und einer hohen Gründungsdynamik.

Die Life Sciences bilden seit vielen Jahren ein klares Stärkefeld der Wirtschaft und Wissenschaft in Wien. Dahinter stecken viele große und kleine Erfolgsgeschichten. Wien beheimatet 554 Organisationen in den Life Sciences, darunter aufstrebende Start-ups, erfolgreiche Großunternehmen und weltweit führende Forschungseinrichtungen. Insgesamt sind rund 37.600 Beschäftigte in diesem Bereich tätig. Umsätze in Höhe von € 12,2 Mrd. im Jahr 2017, mehr als 34.700 Studierende und über 4,600 international anerkannte Fachpublikationen sowie 84 ERC Grants demonstrieren das Gewicht des Sektors.

Zwischen 10 und 20 Neugründungen jährlich und umfangreiche Standorterweiterungen von Großunternehmen zeigen, dass es sich für Wien lohnt, die Branche zu stärken. Insgesamt verweist der neue Vienna Life Science Report auf 51 Neugründungen in den Life Sciences in Wien für den Zeitraum 2014 bis 2017 - der Großteil davon setzt auf Innovation. Insgesamt stellen Produkte aus der Life Sciences Industrie die wichtigsten Exportgüter Wiens dar und der Sektor investiert mehr in Forschung und Entwicklung als jede andere Wirtschaftssparte in der Stadt. Der neue Report führt 177 Life Science Unternehmen an, die in Wien Forschung, Entwicklung oder Produktion betreiben – gemeinsam investierten sie im Vorjahr knapp € 750 Mio. in F&E.

Österreichs Life Sciences Hauptstadt heißt Wien

Der neue Vienna Life Science Report 2018/19 bestätigt Wien klar als Österreichs Hauptstadt für Biotech, Pharma und Medizintechnik Unternehmen und den zugehörigen Forschungsgebieten, wie folgende Zahlen für das Jahr 2017 demonstrieren:

Life Science Unternehmen

Österreich

Wien

Anzahl Unternehmen gesamt

917

481 (52%)

Beschäftigte (Köpfe)

55.480

22,930 (42%)

Umsatz

€ 22,4 Mrd.

€ 12,2 Mrd. (55%)

Investitionen in F&E

€ 1.245,6 Mio.

€ 749,7 Mio. (60%)

Life Science Forschungseinrichtungen

Österreich

Wien

Beschäftigte (Köpfe)

21.145

12.620 (60%)

ERC Grants

116

84 (72%)

Publikationen

9.363

4.602 (48%)

Studierende

67.218

34.743 (52%)

AbsolventInnen

7.752

3.725 (48%)

Biotechnologie auf Wachstumskurs

Bei den dedizierten Biotechnologie-Unternehmen - also jenen, die überwiegend in der Biotechnologie tätig sind - kann sich Wien über kontinuierliches Wachstum freuen: Von 50 Unternehmen im Jahr 2012 stieg deren Zahl über 67 (2014) auf 78 im Jahr 2017. In Wien dominiert nach wie vor mit großem Abstand die medizinische Biotechnologie. Die Top 3 Themen innerhalb dieses Stärkefelds liegen wegen des großen medizinischen Bedarfs und der langen Entwicklungszeiträume unverändert bei Infektionskrankheiten, Krebs und Erkrankungen der Atemwege. Ende 2017 verzeichneten die dedizierten Biotechnologie-Unternehmen in Wien gemeinsam 77 neue therapeutische Substanzen in ihren Pipelines. Die meisten Produktkandidaten befinden sich in der präklinischen Entwicklungsphase, 29 Substanzen haben bereits den Schritt in die klinische Entwicklung geschafft. 2017 konnte Wien darüber hinaus mit APEIRON Biologics die Marktzulassung eines in der Stadt entwickelten Arzneimittels feiern.

Spitzenstandort für neue eHealth Lösungen

Die Zahl der dedizierten Medizinprodukte-Unternehmen stieg seit 2012 um über 50% auf nunmehr 46 Unternehmen in Wien an. Die aktuellen Zahlen bestätigen die traditionellen Stärken bei elektromechanischen Medizinprodukten, Spezialprodukten für Menschen mit körperlichen Einschränkungen und Einwegprodukten. Herausragend ist jedoch die Dynamik bei den Softwarelösungen für den medizinischen Bereich inklusive eHealth Tools: Von sieben Unternehmen im Jahr 2012 (2014: 10) wuchs deren Zahl auf 20 Unternehmen an und verdreifachte sich damit nahezu innerhalb von fünf Jahren. Diese Entwicklung macht Wien zu einem Spitzenstandort für die Entwicklung digitaler Produkte und Services im Gesundheitsbereich. Die Bandbreite reicht von neuen, bildbasierten Tools für die Diagnostik über therapiebegleitende Apps bis zur Nutzung von Blockchain-Ansätzen für medizinische Daten. Mit mySugr verfügt Wien über eine herausragende Erfolgsgeschichte: Die Akquisition durch Roche im vergangenen Jahr gilt als größter Deal dieser Art in ganz Europa.

360° Unterstützung für die Life Sciences

Der Weg von der Geschäftsidee zur erfolgreich umgesetzten Innovation ist allerdings steinig. Der Bund und die Stadt Wien bieten deswegen ein umfassendes Unterstützungsangebot von Förderungen, Dienstleistungen und Infrastruktur an. Wiener Unternehmen und Forschungseinrichtungen gelang es im Jahr 2017 rund € 110 Mio. an nationalen und regionalen Fördermitteln einwerben, € 28 Mio. davon stammen aus Wiener Quellen, insbesondere von der Wirtschaftsagentur Wien und dem WWTF. LISAvienna setzt sich dafür ein, dass die Wiener Start-ups auch international sichtbar werden: 12 internationale Fachmessen und Konferenzen wurden im vergangenen Jahr zur Präsentation innovativer Produkte und Dienstleistungen genutzt.

Venture Capital & Co

Gelder der öffentlichen Hand, die über aws, FFG und Wirtschaftsagentur Wien vergeben werden, unterstützen Start-ups beim Gründungsprozess und bei einzelnen Weiterentwicklungsschritten. Den Löwenanteil der Finanzierung müssen die Unternehmen aber anderweitig einwerben. Die neue Publikation verweist auf ein Deal-Volumen von knapp € 606 Mio. für 2015-2017, wobei diese Summe nur öffentlich bekannt gemachte Investments enthält. Darin spiegeln sich Erfolgsgeschichten wie jene von APEIRON Biologics, Hookipa Pharma, Marinomed, mySugr, und Themis wider. Die zahlreichen Lizenzdeals und Mergers & Acquisitions sind nicht eingerechnet - hier werden zumeist keine finanziellen Details bekannt gegeben.

Rosige Zukunftsaussichten

Eine Reihe aktueller Entwicklungen lässt erwarten, dass der positive Trend in den Life Sciences Branche auch in Zukunft anhält: Erprobte Technologieplattformen aufstrebender Biotech-Unternehmen werden für neue Indikationen genutzt, eHealth Start-ups entdecken erfolgreich die Crowdfunding-Option für sich, neue Kooperationen werden eingegangen und Börsengänge vorbereitet. Darüber hinaus setzt die forschende und produzierende pharmazeutische Industrie auf Investitionen wie die Beispiele Boehringer Ingelheim und Octapharma zeigen. Auch an internationaler Aufmerksamkeit wird es künftig nicht mangeln – besonders im kommenden Jahr, wenn Österreich als Gastgeber der renommierten Biotech-Partnering-Konferenz „BIO-Europe Spring“ agiert. Diese findet von 25. bis 27. März 2019 in Wien statt.