IMBA: FOR WOMEN IN SCIENCE - IMBA-JUNGFORSCHERIN JOHANNA GASSLER ERHÄLT L`ÒREAL STIPENDIUM

Johanna Gassler, Doktorandin am Labor des IMBA- Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – erhält die eines der begehrten l`Òreal Stipendien.

Seit 2007 vergibt L’Oréal Österreich in Zusammenarbeit mit der Österreichischen UNESCO-Kommission, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und mit finanzieller Unterstützung des Wissenschaftsministeriums jährlich vier Stipendien in der Höhe von je € 25.000,- an junge Grundlagen-Forscherinnen in der Medizin, den Naturwissenschaften oder der Mathematik. Eines dieser begehrten Stipendien konnte die Doktorandin Johanna Gassler sichern, die im Labor von Kikue Tachibana an der sogenannten „Mutter aller Zellen“ – oder wie aus der befruchteten Eizelle, ein komplexes Lebewesen mit verschiedensten Zelltypen – entsteht.

Unser Körper besteht aus Billionen von Zellen, die auf verschiedene Aufgaben spezialisiert sind. Am Beginn dieser wunderbaren Zellvielfalt steht eine einzige Zelle, die befruchtete Eizelle. Diese entsteht durch die Fusion zweier stark spezialisierter Zellen, dem Ei und dem Spermium. Während die Eizelle eine sehr große Zelle ist, vollgefüllt mit wichtigen Proteinen für die ersten Teilungen des Embryos, ist das Spermium dagegen sehr klein und sein Erbgut sehr dicht gepackt. Ohne weiteres Zutun würden sich diese Zellen nicht mehr teilen. Erst durch die Verschmelzung dieser Keimzellen bei der Befruchtung entsteht der Einzell-Embryo, der nicht nur in der Lage ist, sich weiter zu teilen, sondern auch alle verschiedenen Zelltypen, die in einem Lebewesen benötigt werden, zu bilden. Die befruchtete Eizelle ist also die ultimative Stammzelle, die “Mutter aller Zellen”, aus der ein gesamtes Lebewesen entsteht. Diese Eigenschaft des Embryos nennt man Totipotenz. 

Die gebürtige Oberösterreicherin Johanna Gassler erforscht im Rahmen ihrer Doktorarbeit am IMBA, wie sich die beiden Erbgut-Pakete unmittelbar nach der Befruchtung verhalten. Dank neuesten Sequenziermethoden, Bioinformatik und mathematischen Modellen zur Darstellung von Proteinen können die ForscherInnen die speziellen Muster zu erkennen, die bei Neu-Ausrichtung der beiden Erbgut-Pakete entstehen.„Langfristig gesehen hoffe ich, dass die Erkenntnisse unserer Forschung zu Fortschritten im Bereich der Reproduktionsmedizin und Stammzellbiologie beitragen können. So kann beispielsweise untersucht werden, welche Mechanismen zu Unfruchtbarkeit beitragen könnten oder versucht werden, Methoden der künstlichen Befruchtung zu verbessern“, so Johanna Gassler über den gesellschaftlichen Nutzen ihrer Forschung.  Mit dem L’Oréal Stipendium will Johanna Gassler nun im Labor von Kikue Tachibana ihre bisherigen vielversprechenden Resultate verfolgen und neue Erkenntnisse zur Totipotenz zu gewinnen, bevor sie ihre Doktorarbeit abschließt.

Über das FOR WOMAN IN SCIENCE Programm

FOR WOMAN IN SCIENCE ist eine weltweite Partnerschaft von L’ORÉAL und UNESCO, die 1998 ins Leben gerufen wurde und bisher über 3.100 Frauen aus allen Erdteilen mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet hat. Zwei der Preisträgerinnen erhielten in der Folge einen Nobelpreis. Die nationalen Stipendieninitiativen in zahlreichen Ländern orientieren sich, so wie in Österreich, am lokalen Bedarf.L’ORÉAL ist mit jährlich sieben Milliarden verkauften Produkten das weltweit führende Kosmetik-unternehmen und beschäftigt rund 4.000 MitarbeiterInnen in der Forschung, darunter 70% Frauen.Die Auswahl der Bewerberinnen erfolgt durch eine Experten-Jury der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter Beiziehung ausländischer Gutachter. Kriterien sind Exzellenz der Antragstellerin sowie wissenschaftliche Relevanz und Realisierbarkeit des auszuführenden Projekts.