BOKU prämiert Innovationen, Erfinderinnen und Start-ups

An der Universität für Bodenkultur Wien entstehen täglich neue Ideen, die in Zukunft zur verbesserten Diagnostik, zu effizienterem Einsatz erneuerbarer Ressourcen, zur Entwicklung neuer Wirkstoffe etc. beitragen können. Im Oktober zeichnete die BOKU die besten Köpfe und Umsetzungsansätze aus.

BOKU Preis für die beste Erfindung 2019 geht an die CarboFeed Technologie

Mit der Verleihung des Preises BOKU Erfindung 2019 soll die Idee und der innovative Charakter einer Erfindung ausgezeichnet werden. Vor allem die herausragendste Leistung im Bereich schutzfähige Innovation soll gewürdigt werden. Jährlich werden etwa 25 Erfindungsmeldungen dem Forschungsservice/Technologietransfer gemeldet. Aus den Meldungen der letzten drei Jahre wurde im Zuge einer Jurysitzung ein Gewinnerteam ermittelt.

Dieses Mal konnten die ErfinderInnen, Prof. Diethard Mattanovich, Prof.in Brigitte Gasser, Prof. Michael Sauer und Thomas Gaßler PhD die Jury mit der Technologie „CarboFeed“ überzeugen.  In diesem Projekt wurde eine Methode entwickelt, die es ermöglicht, CO2 mit Hilfe einer neuartigen Hefe zu einem Tierfutterzusatz zu verarbeiten. Damit soll CO2 als Rohstoffquelle nachhaltig nutzbar gemacht werden und es hat zusätzlich den umweltfreundlichen Effekt, dass keine weiteren landwirtschaftlichen Flächen zur Tierfutter-Produktion gebraucht werden.

BOKU zeichnet Hertha Steinkellner, Reingard Grabherr und Brigitte Gasser als Erfinderinnen 2019 aus

Für den Preis BOKU Erfinderin des Jahres werden Erfinderinnen vor den Vorhang geholt, um anderen Wissenschaftlerinnen als Inspiration und Role Model zu dienen, denn noch immer sind Frauen an Erfindungen unterdurchschnittlich häufig beteiligt. Für die Auszeichnung BOKU Erfinderin 2019 war sich die Jury einig, dass drei großartige Erfinderinnen den Preis erhalten müssen. Daher geht die Auszeichnung dieses Jahr ex aequo an Prof.in Hertha Steinkellner, Prof.in Reingard Grabherr und Prof.in Brigitte Gasser. Ihr Einsatz und ihre Vorbildwirkung wird neben einem Geldpreis mit einem persönlichen Video, das beim Tullner Herbstfest vorgestellt wurde, belohnt.

BOKU Start-up Preis 2019 für Vienna Textile Lab

Junge Unternehmen, die auf innovativen Geschäftsideen beruhen und einen BOKU Bezug aufweisen, haben sich auf die Ausschreibung zum BOKU Start-up des Jahres 2019 beworben. Unter den Einsendungen wurde von einer Jury, bestehend aus Vertretern der BOKU, tecnet equity und Accent das Start-up Vienna Textile Lab gewählt. Das Wiener Start-up erzeugt aus Bakterien natürliche Farbstoffe zum Färben von Textilien. Dieser ist, im Vergleich zu synthetischen Farbstoffen, bei weitem umweltfreundlicher, sowohl in der Herstellung als auch im der Färbung selbst. www.viennatextilelab.at

Innovation Award 2019 geht an Mark Dürkop, Reza Omidvar und Elisabeth Lobner

Der gemeinsam von der BOKU, tecnet equity und accent ausgeschriebene Innovation Award wurde heuer zum neunten Mal vergeben. Im Mittelpunkt des Innovation Awards steht die Frage nach der kommerziellen Verwertbarkeit von Forschungsergebnissen. Die Kandidaten sollten hierzu erste eigene Überlegungen zur wirtschaftlichen Umsetzung ihrer Forschungsergebnisse, wie z.B. Kundennutzen, Marktpotenzial oder Patentschutz auf einem Poster darstellen und vor einer Jury präsentieren.

Den Sieg holte sich Mark Dürkop vom Department für Biotechnologie. Bei einem biopharmazeutischen Prozess zur Herstellung von Medikamenten müssen viele einzelne Prozessschritte durchgeführt werden. Dies ist bisher sehr zeit-, kosten- und ressourcenintensiv. Das BOKU Team um Marc Dürkop hat eine auf künstlicher Intelligenz basierte Software entwickelt, mit der tieferes Verständnis für den Prozess rascher etabliert und damit die Entwicklungszeiten von Bioprozessen wesentlich verkürzt werden können.

Der 2. Platz ging an Reza Omidvar vom Department für Agrarbiotechnologie. Fusarium ist ein Pilz, der besonders in Mais oder Getreide wächst und weltweit zu hohen Ernteausfällen führt. Ein BOKU Team um Reza Omidvar hat nun zwei neuartige Produkte zur Fusariumprävention entwickelt. Die Produkte können sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden, und zeichnen sich durch ein geringes Risiko für sowohl für Mensch, Tier als auch für die Umwelt aus.

Den 3. Preis holte sich Elisabeth Lobner vom Department für Biotechnologie. Krebs, der B-Zellen des Immunsystems befällt, gehört zu den häufigsten bösartigen Neubildungen des lymphatischen Systems. Eine noch relativ junge Behandlungsmethode gegen den Krebs ist die sogenannte CAR-T-Zell-Therapie, bei der Immunzellen aus dem Körper des Patienten (T-Zellen) behandelt und damit der Krebs bekämpft werden soll. Das BOKU Team um Elisabeth Lobner hat nun eine spezielle Methode entwickelt, um die Persistenz der CAR-T-Zellen im Patienten effizient zu überwachen und damit einen weiteren wichtigen Schritt im Kampf gegen den Krebs setzen.

Über tecnet equity

tecnet equity ist die Technologiefinanzierungsgesellschaft des Landes Niederösterreich. Über die Venture Capital Fonds investiert tecnet equity in wachstumsstarke, innovative, technologieorientierte Unternehmen. Mit dem neuen "research-to-value" (r2v) Programm unterstützt tecnet NÖ ForscherInnen und GründerInnen bei der Überführung ihrer Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte und Dienstleistungen.
www.tecnet.at           

Über das accent Gründerservice

Das accent  Gründerservice ist der Hightech Inkubator des Landes Niederösterreich. Ziel des accent ist es, eine fruchtbare Basis für hochinnovative Start-Ups in NÖ zu schaffen und diese auf Ihrem anfangs sehr schwierigen Weg erfolgreich zu begleiten. Dadurch sollen technologische Entwicklungen effektiv und nachhaltig wirtschaftlich umgesetzt werden. Neben der finanziellen Unterstützung gibt es auch ein intensives Coaching.
www.accent.at

Über die Universität für Bodenkultur Wien

Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) ist eine der besten Nachhaltigkeitsuniversitäten Europas und vereint naturwissenschaftliche, technische und sozio-ökonomische Themen. Die BOKU versteht sich als Lehr- und Forschungsstätte für erneuerbare Ressourcen, beschäftigt nahezu 1.700 Personen und verzeichnet knapp 11.500 Studierende in 42 Studienprogrammen. Die Universität fokussiert auf Fragestellungen rund um die Bewahrung von Lebensräumen und Lebensqualität, auf Fragen zum Management natürlicher Ressourcen und der Umwelt sowie zur Sicherung von Ernährung und Gesundheit.
https://boku.ac.at

Kontakt:
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