AUVA: Krebs als berufliche Erkrankung: 2.000 Tote jährlich in Österreich

Anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar macht die AUVA auf Krebs als Berufskrankheit aufmerksam. Mit einer umfangreichen Kampagne wird auf krebserzeugende Stoffe am Arbeitsplatz hingewiesen, der sachgemäße Umgang damit kann Leben retten.

120.000 berufsbedingte Krebserkrankungen pro Jahr in ganz Europa, 80.000 Todesfälle, davon fast 2.000 in Österreich: Das sind die erschütternden Zahlen zum Thema Krebs und Arbeit. Krebserzeugende Stoffe sind an vielen Arbeitsplätzen zu finden; der sachgemäße Umgang damit kann Leben retten. Mit ihrem Präventionsschwerpunkt „Gib Acht, Krebsgefahr!“ knüpft die AUVA an die Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben" der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) an.

Die AUVA-Expertinnen Marie Jelenko und Silvia Springer betonen dazu: „Jede berufliche Krebserkrankung ist eine zu viel. Prävention hat daher absolute Priorität. Wir wollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer informieren und Bewusstsein für die Gefahren schaffen. Nur wenn Betriebe erkennen, dass sie mit krebserzeugenden Stoffen arbeiten und wissen, wie sie mit diesen Stoffen sicher umgehen, können sie beruflichen Krebserkrankungen effektiv vorbeugen.“

Neben menschlichem Leid verursachen berufliche Krebserkrankungen auch hohe volkswirtschaftliche Folgekosten. Laut der „Roadmap on Carcinogens“, an der neben der EU-OSHA auch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) und die Europäische Kommission beteiligt sind, liegen diese Kosten EU-weit bei 2,4 Milliarden Euro pro Jahr.

Prävention ist mehr als Unfallvermeidung

„Beim Thema Prävention am Arbeitsplatz geht es um weit mehr als um die Vermeidung von Unfällen“, sagt AUVA-Obmann Anton Ofner. „Als AUVA sind wir immer wieder gefordert, einen genauen Blick auf die Arbeitsplätze unserer fünf Millionen Versicherten zu werfen. Krebserregende Arbeitsstoffe sind eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. Mit gezielter Aufklärungsarbeit verbessern wir die Lebensqualität der Betroffenen und verhindern potenziell schwere Erkrankungen. Darüber hinaus sparen diese Präventionsmaßnahmen der österreichischen Volkswirtschaft viel Geld. Hier leistet die AUVA einen unverzichtbaren Beitrag zu einer gesünderen und produktiveren Arbeitswelt.“

Ein krebserzeugender Arbeitsstoff ist etwa Benzol, das zum Beispiel bei der Arbeit mit benzinbetriebenen Motorsägen unverbrannt ausgestoßen wird. In der Metallverarbeitung können Arbeitnehmer insbesondere mit Chrom(VI)-Verbindungen, die zum Beispiel beim Schweißen von Edelstählen entstehen oder in der Galvanik Verwendung finden, in Berührung kommen. Bei der Holzverarbeitung können Holzstaub in Tischlereien oder Formaldehyd bei frisch eingelagerten, verleimten Holzwerkstoffen problematisch sein. Formaldehyd als Lösung findet man in pathologischen Abteilungen von Krankenhäusern. Auch Reinigungsmittel können krebserregende Substanzen beinhalten; hier ist es wichtig, sich mit den Kennzeichnungen und Gefahrenhinweisen auf der Verpackung auseinanderzusetzen. Gerade zugekaufte chemische Erzeugnisse lassen sich relativ leicht ersetzen.

Die AUVA bietet zu diesem Thema umfangreiche Informationsmaterialien, etwa Folder, Merkblätter und Erklärvideos, aber auch individuelle Beratungsgespräche und Schulungen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der AUVA (www.auva.at/krebsgefahr) bzw. auf www.sichereswissen.info/krebsgefahr.

Über die AUVA

Bei der AUVA sind rund 320.000 Unternehmen und über 5 Millionen Personen gesetzlich gegen die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichert. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben fast zur Gänze aus den Beiträgen der Dienstgeber und übernimmt dafür die Haftung für Arbeitsunfälle und das Auftreten von Berufskrankheiten. Kernaufgaben der AUVA sind die Verhütung von Arbeitsunfällen sowie die Heilbehandlung und Rehabilitation. Ziel ist es, Unfallopfer und Beschäftigte mit Berufserkrankungen möglichst rasch wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Eine weitere Kernaufgabe der AUVA ist die finanzielle Entschädigung. Diese vier Aufgabenbereiche der AUVA ermöglichen eine integrierte und effiziente Unfallversicherung mit hohem volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen.

Die AUVA betreibt das Traumazentrum Wien mit den beiden Standorten Meidling und Brigittenau/Lorenz Böhler, die Unfallkrankenhäuser Linz, Salzburg, Klagenfurt und Steiermark mit den beiden Standorten Graz und Kalwang sowie die Rehabilitationszentren Meidling (Wien), Weißer Hof (NÖ), Häring (Tirol) und Tobelbad (Steiermark). In den Einrichtungen der AUVA werden jährlich über 370.000 Patientinnen und Patienten auf medizinischem Spitzenniveau versorgt, davon mehr als 46.000 stationär.

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