COVID-19: Forschung, Produkte und Dienstleistungen aus Österreich

Österreichs Life Sciences Sektor setzt sich für die Bewältigung der SARS-CoV-2 Pandemie ein – von den Kliniken über die Forschung bis zur Wirtschaft. Das stellt in jeder Hinsicht eine große Herausforderung dar. In diesem Beitrag holen wir einige Akteure vor den Vorhang, um ihre Leistungen stellvertretend für die gesamte Branche zu honorieren. Bitte leisten auch Sie Ihren Beitrag zu Bewältigung der Pandemie. 

Diese Seite behandelt ausgewählte Forschungsansätze, Produkte, Dienstleistungen und Unternehmen aus Österreich, die hinsichtlich der Bewältigung der COVID-19-Pandemie relevant sind – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Selbstverständlich können wir auch über die aktuelle Verfügbarkeit von erwähnten Angeboten oder über die Erfolgsaussichten von Entwicklungsprojekten keine Aussagen treffen. Sie werden nach der Lektüre trotzdem mehr darüber wissen, was in Österreich entwickelt und teilweise auch hergestellt wird. Damit lernen Sie einen kleinen Ausschnitt der im Lauf der vergangenen Jahrzehnte auch mit Hilfe der öffentlichen Hand aufgebauten Biotech-, Pharma- und Medizinprodukte-Landschaft kennen. Schauen Sie ergänzend auch in unsere News-Rubrik. Diese Bemühungen sind Teil der weltweiten Aktivitäten zum Eindämmen der Pandemie. Hier finden Sie Informationen zu den vielfältigen Projekten, die allein in der Europäischen Union dazu laufen.

  1. SARS-CoV-2: Was ist das?
  2. Arzneimittel und Impfstoffe in der Entwicklungspipeline
  3. Digital Health Lösungen für COVID-19
  4. Testen, testen, testen
  5. Persönliche Schutzausrüstung, 3D Druck und Desinfektion
  6. Neue akademische Forschungsinitiativen in Österreich

1. SARS-CoV-2: Was ist das?

Was ist über das hochinfektiöse Virus SARS-CoV-2 bekannt? Das neue Virus zählt zur Familie der Coronaviren und verfügt über ein Genom aus RNA, das in einem Kapsid liegt, welches von der Virushülle umgeben ist. Der Wiener Kommunikationsspezialist Biolution erstellte dazu ein Erklär-Video. Insgesamt gibt es rund um SARS-CoV-2 noch viele offene Fragen. Daher wird in vielen Laboren weltweit geforscht, um noch mehr über die molekularen Mechanismen rund um diesen Krankheitserreger in Erfahrung zu bringen. Lexogen, der Wiener Spezialist für die Entwicklung und Herstellung von Forschungsreagenzien im RNA-Bereich, bietet dafür hilfreiche Reagenzien und Analysetools an.

Das SARS-CoV-2 Virus löst die Infektionskrankheit COVID-19 aus, die erst zum Teil verstanden ist und tödlich verlaufen kann. Gleichzeitig ist aber davon auszugehen, dass viele Infektionen zuhause auskuriert werden können oder asymptomatisch verlaufen. Anfang 2020 stufte die WHO die Ausbreitung des Virus zunächst als ernsthafte internationale gesundheitliche Notsituation und dann als Pandemie ein. Einblicke in die aktuelle Lage weltweit ermöglichen Webportale wie das COVID-19 Dashboard vom CSSE der Johns Hopkins Universität oder das Dashboard der WHO, aufschlussreich sind ergänzend die Zahlen aus dem Mortalitätsmonitoring bei EuroMOMO.

Bei Interesse an Zahlen zur Ausbreitung der Epidemie in Österreich lohnt sich der Blick auf das amtliche Dashboard des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Informationen zum Thema Prognosen und Hochrechnungen bieten beispielsweise die TU Wien und das TU-Spin-off dwh. Das verwendete Simulationsmodell basiert auf dem Simulationsmodell GEPOC (Generic Population Concept). Auch die MedUni Wien und der Complexity Science Hub Vienna tragen mit ihren Auswertungen und Analysen zu evidenzbasierten politischen Entscheidungen zur Bewältigung der Krise bei. Neue Corona-Ampeln veranschaulichen die Infektionslage in Österreich und weltweit.

2. Arzneimittel und Impfstoffe in der Entwicklungspipeline

Weltweit befindet sich eine wachsende Zahl an Impfstoffen und potentiell therapeutisch wirksamen Substanzen in der Entwicklung und am Markt eingesetzte Medikamente werden auf ihre Wirksamkeit bei COVID-19 hin untersucht. Das Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA) verwies im April 2020 auf insgesamt 155 Medikamente und 79 Impfungen, von denen sich hoffentlich einige als erfolgreich erweisen werden. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang die aktuellen Informationen der European Medicines Agency.  Auch in Österreich beteiligen sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen an diesen Bemühungen, dazu zählen:

  • Apeiron Biologics:  APN01 ist ein künstlich hergestelltes humanes Protein, das verhindern soll, dass sich SARS-CoV-2-Viren in menschliche Zellen einschleusen. Gleichzeitig soll der Arzneimittelkandidat einen entzündungshemmenden und Lungenödem-dämpfenden Effekt aufweisen. Beide Funktionen wären bei der Behandlung von akutem Lungenversagen bei COVID-19 wünschenswert. Die Wirkung von APN01 soll bei Schwerkranken untersucht werden, begleitende Laboruntersuchungen werden von der Wiener Attoquant Diagnostics durchgeführt, wie kürzlich auf vienna.at berichtet wurde. Auch VelaLabs ist an Auswertungen involviert.
    2. April 2020:  Behördengenehmigungen in Österreich, Deutschland und Dänemark zur Durchführung einer Phase II Studie zur Behandlung von 200 COVID-19 PatientInnen 
     
  • ApepticoSolnatide ist ein synthetisch hergestelltes Peptid, das für die Behandlung des akuten Lungenversagens entwickelt wird. Die Verabreichung des Moleküls führt zur Reduktion des Lungenödens und wirkt schädigenden reaktiven Sauerstoffradikalen entgegen, die Verabreichung erfolgt als Aerosol über künstliche Beatmung der schwer an ARDS erkrankten Patienten. Lesen Sie mehr darüber in einem Artikel bei addendum.
    7. April 2020: Apeptico teilt mit, dass das Entwicklungsmedikament Solnatide durch das Österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) im Rahmen des Compassionate Use Programmes zur Behandlung von infizierten PatientInnen mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und der sich daraus ergebenden schweren Lungenkrankheit COVID-19 zugelassen wurde.
    28. April 2020: Solnatide wird in Italien für die Behandlung schwerst kranker COVID-19 Fälle zugelassen
    30. April 2020: An der MedUni Wien startet eine klinische Studie mit Solnatide.
     
  • Der österreichische Biotech-Inkubator und Accelerator CEBINA beteiligt sich auch an den weltweit laufenden Aktivitäten zur Eindämmung von COVID-19 und kündigte kürzlich an, dazu verschiedene Ansätze zu verfolgen, die von Drug Repurposing über neue antivirale Substanzen zum Einsatz als Nahrungsergänzungsmittel bis hin zu neuen Impfstoffansätzen reichen.
     
  • Die Tiroler Cyprumed entwickelt einen antiviralen Nasen- und Rachenspray basierend auf einer innovativen Formulierung von Hilfsstoffen mit antiviraler Aktivität, die bereits in zugelassenen Medizinprodukten verwendet werden. So soll das Virus im Rachenraum reduziert oder sogar inaktiviert werden. Ziel ist es, dadurch schwere Krankheitsverläufe zu reduzieren und das weitere Ansteckungspotential zu verringern.
     
  • G.ST Antivirals und Takeda starten eine Kooperation zur Erforschung antiviraler Medikamente gegen COVID-19. G.ST Antivirals ist ein Spin-off der MedUni Wien das antivirale Substanzen entwickelt, die Viren innerhalb der Wirtszellen aushungern. Derzeit konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung von Produkten gegen respiratorische Viren; die erste Substanz, 2-Deoxyglukose, soll in Kürze in die klinische Prüfung starten.
     
  • Innophore: Das Grazer Bioinformatik-Unternehmen initiierte das globale FASTCURE (Fully Applied Structural Targeting of Coronavirus Using Repurposing Efforts) Konsortium. Wie Trending Topics bereits berichtete, koordiniert die Universität Graz die Versuche, einen Wirkstoff gegen SARS-CoV-2 zu finden. Im Zuge dieses Projekts werden gezielt jene Wirkstoffe untersucht, die bereits am Markt zugelassen sind, wie etwa Arzneimittel gegen HIV und Malaria. Die Erkenntnisse von FASTCURE sollen so rasch wie möglich der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, es sind bewusst keine Patentierungen geplant.
     
  • MChE / F4 Pharma:FX06 ist ein Arzneimittelkandidat, der die Integrität des Endothels erhalten und damit den Austritt von Flüssigkeit vom Blut ins umliegende Gewebe verhindern soll. Zusätzlich weist FX06 anti-inflammatorische Eigenschaften auf. Aus diesem Grund hat die Substanz das Potential, ein neues Arzneimittel für die Behandlung schwerer COVID-19 Fälle zu werden. SIRS und F4-Pharma – die gemeinsamen Eigentümer aller Rechte an FX06 – starteten kürzlich die letzten Schritte zur GMP Produktion und bereiten eine multizentrische klinische Studie in Wien, Frankfurt und Würzburg vor. Weitere klinischen Zentren werden eventuell noch aufgenommen.
     
  • Panoptes: Das Wiener Biotech-Unternehmen entwickelt den Wirkstoff PP-001, der antivirale und entzündungshemmende Effekte aufweist. Dieser Wirkmechanismus hat speziell bei COVID-19 hohe Chancen auf Erfolg da hier nicht das Virus, sondern auch die überschießende Immunantwort (Zytokinsturm) therapiert werden kann. Bisher wurde die Substanz für den Einsatz bei schweren, entzündlichen Augenerkrankungen, inklusive der klinischen Phase 2 getestet. Mit klinischen Untersuchungen zur Wirksamkeit gegen COVID-19 könnte in wenigen Monaten begonnen werden, so das Unternehmen kürzlich in einer Aussendung.
     
  • Takeda: Mit TAK-888 befindet sich in Österreich auch eine plasmabasierte Antikörper-Therapie zur Behandlung infizierter Personen mit hohem COVID-19 Risiko in Vorbereitung. Diese Entwicklung basiert auf einer seit 15 Jahren zugelassenen, und damit bewiesen sicheren, Immunglobulin Plattform, sowie der virologischen Expertise des Global Pathogen Safety Teams von Takeda in Wien, und erfolgt in Abstimmung mit österreichischen und internationalen Behörden. Gleichzeitig wird untersucht, ob die derzeit auf dem Markt eingesetzten Takeda-Produkte und Pipeline-Produkte wirksame Behandlungen für infizierte Patienten sein könnten.
     
  • Themis: Das Wiener Biotechnologie-Unternehmen entwickelt einen Impfstoff gegen Covid-19, auf Basis seiner Masernvektor-Technologie. Eine Phase 1 Studie kann schon in Kürze beginnen. CEPI, die Coalition for Pandemic Preparedness Innovations, fördert hierbei ein Konsortium aus Themis, Institut Pasteur und University of Pittsburgh. Themis wurde Ende Mai 2020 von MSD übernommen. Es wird erwartet, dass das die Entwicklung des COVID-19 Impfstoffkandidaten beschleunigt.
     
  • Valneva und Dynavax kündigten kürzlich eine Zusammenarbeit an, um einen COVID-19 Impfstoff zu entwickeln. VLA 2001 soll ein Impfstoff auf der Basis von inaktivierten Viren werden, der als Adjuvans CpG 1018 nutzt, um eine starke Immunantwort auszulösen.
     
  • Viravaxx und die Medizinische Universität Wien haben ein gemeinsames Projekt gestartet, um eine integrierte Plattform für Immundiagnostik und Vakzinierung bei Covid-19 bereitzustellen. In dem Projekt wird ein Microarray entwickelt, der das Proteom von SARS-CoV-2 umfasst und ein Epitop-Mapping der Immunantwort auf die Infektion in hoher Auflösung erlaubt. Gleichzeitig wird die Virus-Neutralisierung in einem ELISA Assay untersucht. Seren von Patienten, die eine Covid-19 Erkrankung überstanden haben, werden in einer klinischen Studie mit bis zu 600 Teilnehmern untersucht; diese Studie ist bereits vorläufig durch die Ethikkommission genehmigt. Unter Verwendung von Machine Learning Algorithmen können daraus neutralisierende Antikörper-Signaturen identifiziert werden. Diese Signaturen dienen als Basis für das Design von Vakzin-Kandidaten basierend auf der firmeneigenen PCFiT-Technologie-Plattform. Das Unternehmen erwartet, mit diesen Antigenen eine potente und fokussierte Immunantwort gegen SARS-CoV-2 auslösen zu können.

Sehr aufschlussreich gestaltet sich auch die Übersichtsliste mit Projekten in der globalen Entwicklungspipeline der Pharmig-Mitglieder, das ist der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs. Auch eine Überblickslandkarte mit den Entwicklungsprojekten im DACH-Raum wurde entwickelt. Schauen Sie sich ergänzend das neue Video von Biolution an, in dem verschiedene Behandlungsoptionen beleuchtet werden, über die lebensbedrohliche Symptome von COVID-19 abgemildert werden könnten.

Bei Interesse an Hintergrundinformationen dazu, wie die Arzneimittelenwicklung generell abläuft, wie Impfstoffe funktionieren und welche therapeutischen Ansätze es bei COVID-19 grundsätzlich gibt, lohnt sich darüber hinaus ein Blick in die Mitte Mai veröffentlichten Factsheets der FOPI, das ist das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich.

Bekannte Produkte, neuer Nutzen?

Möglicherweise zählen außerdem Produkte auf Basis von Carragelose, einer von der Wiener Marinomed entwickelten Substanz, zu den Mitteln, die sich letzten Endes als hilfreich erweisen werden. Dieses in Österreich als Nasenspray, Rachenspray und in Form von Pastillen verfügbare Therapeutikum ist breit gegen respiratorische Viren wirksam, bei länger bekannten Coronaviren wird die Erkrankung um mehr als drei Tage verkürzt. Aufgrund der guten Verträglichkeit ist auch der präventive Einsatz sinnvoll. Untersuchungen zu SARS-CoV-2 sind in Vorbereitung. Die Carragelose-Produkte von Marinomed sind unter Eigenmarken der Vertriebspartner in über 40 Ländern weltweit am Markt erhältlich. In Österreich wird bei Sigmapharm in Wien produziert, das neue Werk in Hornstein wird demnächst in Betrieb genommen, zukünftig kann so die Nachfrage lokal aber auch international aus heimischer Produktion bedient werden.

Ob und in welcher Dosierung sich bekannte antivirale Substanzen tatsächlich zur Behandlung von COVID-19 eignen, beschäftigt die Forschung weltweit. Eine internationale Arbeitsgruppe im Bereich Infektiologie, Klinische Pharmakologie und Pharmazeutik der European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID) fasste unter der Leitung der MedUni Wien das aktuelle Wissen über verfügbare antivirale Wirkstoffe und Dosierungen sowie Überlegungen zur Monotherapie und Kombinationsbehandlung von SARS-CoV-2 zusammen. Mit dem Review soll ein internationaler Konsens für Off-Label-Medikation erreicht werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Dosierung sowie den Interaktionen antiviraler Medikamente untereinander sowie mit Begleitmedikation bei kritisch kranken COVID-19 PatientInnen.

3. Digital Health Lösungen für COVID-19

COVID-19 sorgt rund um den Globus für enormen Auftrieb bei der Entwicklung und Verwendung von Digital Health Lösungen. Diese Beispiele aus Österreich veranschaulichen nur einige der vielen verschiedenen mit der Pandemie zusammenhängenden Nutzungsbereiche:

  • BioneXt Lab und Medicus AI starteten kürzlich CoVive, eine kostenfreie, CE-zertifizierte und personalisierte COVID-19 Support- und Monitoring-App. Als globale Initiative ist die App für iOS und bald auch Android verfügbar. Sie dient als beratender Begleiter. Die Verwendung soll mit Funktionen zur Selbstbeurteilung einer möglichen Infektion, Labortestinterpretation und Gesundheitsmonitoring mehr Klarheit und Informationen über den eigenen Gesundheitszustand geben und über die nächsten Schritte aufklären. Anfänglich ist CoVive auf Englisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch, Griechisch und Arabisch verfügbar, weitere Sprachen sollen später folgen.
     
  • Das HealthTech-Startup Scarletred hat mit eCOVID19 eine App zur Hotline-Entlastung entwickelt. Um den Ansturm an Betroffenen managen zu können, gelten digitale Tools für immer mehr Behörden und Regierungen als Teil der Lösung. Mit eCOVID19 bringt das junge Unternehmen eine eigene Telemedizin-App auf den Markt, die Menschen, die Symptome von COVID-19 zeigen, möglichst unkompliziert beraten und an die richtige Stelle weiterleiten soll. Weitere Funktionen werden ergänzt, darunter die Einarbeitung von Labortest-Ergebnissen, die Hinweise auf den COVID-19-Status einer Person geben sollen.
     
  • Symptoma erlaubt durch einen AI-basierten Chatbot, zuverlässig und kostenlos das COVID-19 Risiko einer Person zu ermitteln und vergleicht die eingegebenen Symptome mit 20.000 möglichen anderen Diagnosen. Symptoma wird von der Europäischen Kommission nun offiziell als Lösung für groß angelegte, digitale Bevölkerungsscreenings gelistet.

4. Testen, testen, testen

Für die Infektionskontrolle sind spezielle diagnostische Tests erforderlich, mit denen eine Virusinfektion nachgewiesen werden kann. Die aktuell in Österreich gültigen Kriterien für die Durchführung von Tests finden Sie hier. Bitte wenden Sie sich im Verdachtsfall an die eingerichteten Telefon-Hotlines. Wir erinnern an dieser Stelle eindringlich daran, Kontakteinschränkungen, Abstandsempfehlungen und angeratene Hygienemaßnahmen sehr ernst zu nehmen, damit die Ausbreitung der Viren minimiert werden kann.

Die Testkapazitäten sind beschränkt und nicht alle Infizierten, besonders die symptomlosen Fälle, wissen um ihren Status. Umfangreiche molekularbiologische Diagnostik wird zukünftig auch die Entscheidung beeinflussen, ab wann die derzeitigen Schutzmaßnahmen reduziert und beendet werden können. Technisch gesehen stehen weltweit einige verschiedene Ansätze zur Verfügung, um auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 oder eine Immunantwort darauf zu testen - außerdem werden laufen neue Analyseverfahren entwikckelt und getestet. Bitte beachten Sie, dass solche Tests nicht für den privaten Gebrauch bestimmt sind und nur von entsprechend qualifizierten Personen im Labor durchgeführt werden dürfen.

Coronavirus-Tests aus Österreich

Neben den großen internationalen Diagnostik-Riesen entwickeln auch österreichische Klein- und Mittelbetriebe hilfreiche Testsysteme für den Einsatz im Forschungslabor oder in der Routinediagnostik. Hier einige Beispiele für verschiedene molekularbiologische Tests:

  • Ein hier aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genanntes Wiener Unternehmen entwickelte ebenfalls einen molekularbiologischen Test. Inzwischen wird eine große Zahl an Tests pro Woche hergestellt – ein wichtiger Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung mit Diagnostik-Kits in Österreich und Europa.
     
  • Das Salzburger Biotech-Unternehmen Procomcure hat mit PhoenixDx einen real-time-RT-PCR-basierten COVID-19 Schnelltest auf den Markt gebracht, die Produktion läuft auf Hochtouren. Die Presse berichtete Anfang März über dieses Testsystem aus Österreich. Inzwischen erhielt das Unternehmen eine FDA EUA Zulassung für den Test und bietet auch eine extern validierte, besonders zuverlässige, IVD-CE gekennzeichnete Weiterentwicklung mit der Bezeichnung PhoenixDx SARS-CoV-2 IVD CE an.
     
  • Attoquant Diagnostics ist auf die Analyse des Renin-Angiotensin-Systems spezialisiert, ein Hormonsystem, das den Blutdruck steuert. ACE2, der Eintrittsrezeptor für 2019-nCoV, ist Teil dieses Hormonsystems. Attoquant unterstützt mit seinen Spezialanalysen sowohl die Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen 2019-nCoV und ist an zahlreichen nationalen und internationalen Studien zur Erforschung von 2019-nCoV beteiligt.
     
  • Der Wiener Enzymspezialist EUCODIS Bioscience und Biosynth-Carbosynth arbeiten zusammen, um einen neuen Schnelltest für die SARS-CoV-2-Diagnostik auf der Basis viraler Enzymaktivitäten und einem neuen biolumineszierenden Substrat zu entwickeln.
     
  • Die Universität Innsbruck entwickelt gemeinsam mit ihrem Spin-off Sinsoma ein neues Hochdurchsatzverfahren zum Nachweis des SARS-CoV-2-Virus. Dabei werden hochsensitive Endpunkt-PCR und Kapillarelektrophorese (CE) miteinander gekoppelt.

Andere Unternehmen arbeiten mit Großunternehmen zusammen und machen deren Tests in Österreich verfügbar. Die Curetis-Tochter Ares Genetics am Vienna BioCenter hat aufbauend auf einer langjährigen strategischen Kooperation mit der chinesischen BGI Gruppe deren PCR-basierten Coronavirus (2019-nCoV) Test nach Europa gebracht. Der von der BGI Gruppe entwickelte und in China großflächig eingesetzte Test trägt seit kurzem die CE IVD Kennzeichnung, ist von der US FDA zugelassen und über das Curetis-Vertriebsnetzwerk verfügbar. Bitte beachten Sie auch das aktuelle White Paper von Ares Genetics zur Rolle von bakteriellen Ko-Infektionen bei COVID-19.

Eine von der Österreichischen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin und Klinische Chemie (ÖGLMKC) neu eingerichtete Website listet österreichische COVID-19 Labore nach Standort und bietet einen Überblick über die verwendeten Testverfahren. Auch Standards für die Labordiagnostik wurden erarbeitet. Bitte nutzen Sie auch die Laborliste des Bundesministeriums als Informationsquelle über die Labors, die in Österreich Tests durchführen oder die Vorbereitungen dafür gestartet haben.

Vienna COVID-19 Diagnostics Initiative (VCDI)

Über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedensten Forschungseinrichtungen in Wien schlossen sich innerhalb kürzester Zeit auf freiwilliger Basis zur Vienna COVID-19 Diagnostics Initiative (VCDI) zusammen, um die dringend benötigten Testkapazitäten in Österreich zu erhöhen. Koordiniert von den Max Perutz Labs wird am Vienna BioCenter eine automatisierte Test-Pipeline geschaffen, wobei auch vorhandene Laborinfrastruktur und Reagenzien genutzt wird, um virale RNA zu detektieren. Hier finden Sie eine Übersicht zu den an der VDCI beteiligten Organisationen.

Wien: Forschung erarbeitet Wissen über asymptomatische Fälle

In Österreich startete ein Projekt unter der Leitung von BOKU und Vetmeduni Vienna mit dem Ziel, mehr über die Dunkelziffer an Erkrankten herauszufinden. In schätzungsweise rund 30 bis 40 Prozent der Fälle kommt es zu asymptomatischen Verläufen. Auch wenn diese Gruppe keine Erkrankungserscheinungen zeigt, so entwickelt sie doch eine hoffentlich protektive Immunantwort. Für den Nachweis soll das Protokoll des ersten nicht-kommerziellen Antikörpertests genutzt werden, das von einem Österreicher in New York entwickelt wurde. An dieser richtungsweisenden Initiative beteiligen sich auch MedUni Wien und die Universität Salzburg. Das BOKU Spin-off enGenes unterstützt die Etablierung der serologischen Tests mit Know-how. Die enGenes X-press Technologie wird dazu beitragen, die für die Tests benötigten rekombinanten Virusproteine und Plasmid DNA effizient, in ausreichender Menge und in sehr guter Qualität herzustellen.

Bildgebende Verfahren in Forschung und klinischer Praxis

Neben den molekularbiologischen Methoden spielen in der klinischen Praxis ergänzend auch bildgebende Verfahren eine wichtige Rolle bei COVID-19. Diese ermöglichen der Radiologie die Untersuchung von Auswirkungen der Infektion und von therapeutischen Maßnahmen auf die Lunge. Beim MedUni Wien Spin-off contextflow wird versucht, den Nutzen dieses Bildmaterials zu erhöhen, indem über spezialisierte Bild- und Textsuchen rasch vergleichbare Fälle gefunden werden. Die Software wurde kürzlich speziell für die Beschleunigung der Bewertung von SARS-CoV-2 Scans für Forschungszwecke optimiert. Das Unternehmen 123sonography schult Ärztinnen und Ärzte weltweit mit kostenlosen Webinaren und online Vorträgen bei der Diagnose von COVID-19 und begleitet den zielgerichteten Einsatz von Lungenultraschall.

5. Persönliche Schutzausrüstung, 3D Druck und Desinfektion

In der derzeitigen Lage zählen die Bemühungen, gesund zu bleiben, zu den wichtigsten täglichen Übungen. Bewusste Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegungseinheiten, ausreichend große räumliche Distanz zu Dritten, Hygienemaßnahmen und die Vermeidung von Unfällen lohnen sich für jeden und entlasten das Gesundheitssystem. Vergleichen Sie auch Ihren Impfstatus mit dem Impfplan Österreich 2020 und beachten Sie dabei die aktuellen Hinweise des Gesundheitsministeriums.

Für den Ernstfall

Am 22.3.2020 wurde eine erste Leitlinie zur Anti-SARS-CoV-Therapie in Österreich veröffentlicht, die festhält, wie die Behandlung nach dem derzeitigen Wissensstand unter Nutzung vorhandener Arzneimittel und Medizinprodukte erfolgen soll. Sehr schwere SARS-CoV-2 Infektionen führen stark vereinfacht ausgedrückt dazu, dass sich die Lunge mit Lungenödem (Flüssigkeit und Bestandteile des Blutes) füllt, man droht zu ersticken. Die Versorgung des Körpers mit überlebenswichtigem Sauerstoff erfordert in diesem Fall technische Unterstützung. Das Lungenödem muss durch die Aktivierung des Alveolar Liquid Clearance Mechanismus reduziert werden und die Betroffenen müssen künstlich beatmet werden. Dabei kommen Spezialgeräte zum Einsatz wie TwinStream oder TwinStreamICU des Wiener Traditionsunternehmens Carl Reiner, das derzeit seine Produktionskapazitäten aufgrund der großen weltweiten Nachfrage ausweitet.

Das Unternehmen AIT - Angewandte Informationstechnik Forschungsgesellschaft mbH in Graz entwickelt zusammen mit dem Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinischen Technik der Med Uni Wien ein low-cost Beatmungsgerät, welches mit einer 3D-gedruckten, platzsparenden Rotationspumpe betrieben wird. Eine flexible Software ermöglicht mittels einer Vielzahl von Sensoren alle Beatmungsmodi, die sonst nur von high end Geräten bereitgestellt werden können.

Persönliche Schutzausrüstung

Diese lebensrettenden Maßnahmen sind für das Klinikpersonal jedoch mit sehr großen Infektionsrisiken verbunden – entsprechend wichtig ist hier qualitativ hochwertige Schutzausrüstung in großen Mengen. Erfreulicher Weise erklärte sich Semperit bereit, kurzfristig mehr als 60 Millionen Untersuchungs- und Schutzhandschuhe nach Österreich zu liefern, die am Sempermed-Produktionsstandort Kamunting in Malaysia hergestellt werden. Auch die Produktion im niederösterreichischen Wimpassing läuft weiter Zudem spenden zahlreiche Organisationen Güter für das medizinische Personal. Inzwischen wird in Österreich an vielen Orten an der Entwicklung oder Produktion von persönlicher Schutzausrüstung gearbeitet, so der ORF kürzlich in einem Beitrag. In der Herstellung von Hochsicherheitsmasken mittels 3D Druck versucht sich beispielsweise das Wiener Start-up Cubicure. Additive Fertigung ermöglicht aber auch die Produktion tausender Face Shields wie die TU Graz beispielsweise eindrucksvoll demonstriert. Inzwischen bündelt HappyLab Vienna die Kapazitäten von über 800 privaten 3D-Druckern zu einer großen verteilten Fabrik zur Herstellung von Face Shields. Neu eingestiegen ins Thema Schutzausrüstung ist außerdem Hygiene Austria, eine gemeinsame Gesellschaft von Lenzing und Palmers Textil. Aufgrund der großen Nachfrage nicht nur nach Mund-Nasen-Masken erweitert das österreichische Unternehmen sein Produktsortiment um FFP2-Masken.

Unter der Leitung des steirischen Humantechnologie-Clusters wurde eine neue Web-Plattform eingerichtet, die die Beschaffung von Schutzausrüstung in Österreich vereinfacht. Auf https://www.schutz-vor-corona.at können Unternehmen mittels einer einfachen Suchfunktion die Produkte finden, die für die Einhaltung der Schutz- und Hygiene-Vorschriften der Bundesregierung erforderlich sind.

Sie überlegen, die Produktion dringend benötigter Schutzausrüstung zu erhöhen oder neu aufzubauen? Um die Herstellung anzukurbeln, stehen wichtige Europäische Standards für die Produktion von persönlicher Schutzausrüstung seit kurzer Zeit kostenlos zur Verfügung. Besprechen Sie außerdem mit der Wirtschaftsförderung, mit welchen Angeboten Sie in Österreich dabei finanziell unterstützt werden können. Beachten Sie darüber hinaus das neue OFI-Quickcheck Angebot für Schutzmasken: Unterschiedliche Maskentypen und ihre Ausgangsmaterialien werden hinsichtlich ihrer Partikeldurchlässigkeit und Wiederverwertbarkeit mit zertifizierten Masken verglichen. Für das Inverkehrbringen einfacher Mund-Nasen-Schnellmasken ist in Österreich während der Pandemie unter bestimmten Voraussetzungen keine Zertifizierung erforderlich.

Desinfektion

Reinigung und Sauberkeit spielen an allen Orten eine wichtige Rolle zur Prävention von Infektionen. Ein Produkttipp für öffentliche Einrichtungen und Gesundheitseinrichtungen: Braincon entwickelte in Wien Dekontaminationsgeräte für die Raum- und Flächendekontamination mit Hilfe von Wasserstoffperoxid, die Bakterien, Viren, Pilze und Sporen inaktivieren, eine international derzeit sehr begehrte Lösung. Mittels dieser innovativen Kaltvernebelungstechnologie aus Wien kann auch persönliche Schutzausrüstung außerdem schnell und schonend desinfiziert und damit der Wiederverwendung zugeführt werden. Das Unternehmen DISINFECT+ bietet die entsprechende Dienstleistung an und erbrachte Ende März 2020 in einem Großversuch mit der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft KAGES den Beweis für die Wirksamkeit dieses Ansatzes.

6. Neue akademische Forschungsinitiativen in Österreich

Die Life Sciences zählen zu den Forschungsschwerpunkten in Österreich, wobei Wien auch auf diesem Gebiet als Hauptstadt zu verstehen ist. Dadurch dass die Erforschung von Infektionskrankheiten und Immunologie klare regionale Stärkefelder bilden und die Forschungsförderung sehr rasch auf die Pandemie reagiert hat, konnten innerhalb kürzester Zeit neue Forschungsprojekte starten und weitere sind in Vorbereitung.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die im Rahmen des COVID-19 Rapid Response Call des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologeifonds neu unterstützten Forschungsarbeiten und über die erste Tranche der vom Medizinisch-Wissenschaftlichen Fonds des Bürgermeisters der Stadt Wien geförderten Projekte. Verschiedenste Wissenschaftsdisziplinen bringen ihr Wissen ein und versuchen zu einem besseren Verständnis der momentanen Situation beizutragen und Lösungen zu erarbeiten. Neben Fragen aus der Medizin und Molekularbiologie werden zum Beispiel auch die aktuellen Herausforderungen im Bildungsbereich und wirtschaftliche Themen untersucht.

Zentrale Wissensdrehscheibe MedUni Wien

Am AKH Campus sitzt Österreichs Spitzenmedizin. Die weltweit renommierten Ärztinnen und Ärzte der MedUni Wien sind nicht nur in den Kliniken aktiv, sondern auch in der Forschung. Sämtliche Fachgebiete sind abgedeckt, auch Virologie, Pulmologie und Epidemiologie. Besondere Schwerpunkte liegen auf Immunologie, Onkologie, Neurowissenschaften, Kardiovaskulärer Medizin, der medizinischen Bildgebung und im Bereich Transplantation. Ein eigenes Koordinationszentrum für Klinische Studien (KKS) sorgt für die professionelle Planung, Durchführung und Auswertung klinischer Forschungsprojekte zu COVID-19 und anderen Erkrankungen. Insgesamt ist die MedUni Wien aktuell an mehr als 100 Forschungsprojekten zu diesem Thema beteiligt. Es laufen Arzneimittelstudien und Therapieentwicklungen, Analysen zu Krankheitsverläufen und Immunität, die Entwicklung verbesserter Diagnostik-Ansätze, aber auch epidemiologische Studien, Datenanalysen und Simulationen. Einblicke dazu bietet die neue COVID-19 Website zu Forschungsprojekten der Medizinischen Universität. In Österreich wird außerdem beispielsweise auch noch in Graz, Innsbruck und Salzburg medizinische Forschung zu COVID-19 betrieben.

SARS-CoV-2 Evolution in Österreich

Das CeMM – Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und die MedUni Wien starteten kürzlich ein Projekt zur Untersuchung der Genomevolution von SARS-CoV-2 in Österreich. Insgesamt sollen 1.000 virale Genome analysiert werden. Die Sequenzen werden in internationalen Datenbanken veröffentlicht und stellen einen wichtigen Beitrag für die Erarbeitung einer globalen Landkarte zu SARS-CoV-2 Mutationen dar, die dabei hilft, die molekulare Dynamik hinter der COVID-19 Pandemie zu verstehen. Die ersten 21 SARS-CoV-2 Genome aus Österreich wurden bereits fertig analysiert und veröffentlicht. Das Netzwerk ist offen für weitere Kooperationen und begrüßt insbesondere Beiträge aus der klinischen Virologie und von Diagnostiklabors aus ganz Österreich.

Forschungsinfrastrukturen beschleunigen die biomedizinische Forschung

BBMRI.at (Biobanking and BioMolecular resources Research Infrastructure Austria) bündelt die Biobanking-Expertise Österreichs und ist der nationale Knoten der entsprechenden europäischen Forschungsinfrastruktur. Die Partner in Graz, Innsbruck und Wien bieten Zugang zu Proben von Gesunden und an COVID-19 Erkrankten, Unterstützung für die SARS-CoV-2 Forschung, Services in Hochsicherheitslaboren (BSL-3) und vieles mehr. Details dazu und einige Hinweise für den sicheren Umgang mit SARS-CoV-2 Proben finden Sie hier. Um die Forschung zu beschleunigen bieten derzeit viele weitere Europäische Forschungsinfrastrukturen besondere Services an und ermöglichen einen raschen Zugriff auf ihre Angebote, Hier finden Sie einen Überblick dazu. Die neu eingerichtete European COVID-19 Data Platform bündelt Forschungsdaten aus verschiedenen Quellen und macht sie für die wissenschaftlichen Gemeinschafen in Europa und weltweit nutzbar.

Über das acib zum neuen Entwicklungsprojekt?

Das Austrian Research Centre of Industrial Biotechnology (acib) versteht sich als wesentliches Bindeglied zwischen Forschung und Industrie und bildet ein Netzwerk aus etwa 200 Partnern auf dem Gebiet der industriellen Biotechnologie. Über diesen zentralen Kontaktpunkt und Türöffner ist es möglich, rasch Zugang zur breit gefächerten Expertise und zum methodischen Know-how in diesem Bereich in ganz Österreich zu erhalten. Für COVID-19 besonders relevant sind beispielsweise rekombinante Proteinproduktion und effiziente biotechnologische Produktionsverfahren. Aufgrund der Pandemie erarbeiteten die acib-Partner neue eine Reihe neuer Projektvorschläge, um exemplarisch aufzuzeigen, auf welche Weise die vorhandene Expertise bei der Bewältigung der Krise mitwirken kann.

SARS-CoV-2 erfordert raschen Wissensaustausch

Aufgrund der Absage von wissenschaftlichen Konferenzen, Fachmessen und Partnering-Veranstaltungen aus präventiven Gründen weltweit steigt außerdem die Bedeutung der Beschäftigung mit den zahlreichen wissenschaftlichen Fachartikeln, den Patentschriften und den Informationen zu klinischen Studien in den entsprechenden Datenbanken. So kann das global erzeugte Wissen zur Lösung dieser ebenfalls globalen Notlage beitragen. Wegen der Pandemie rückte die Life Sciences Community noch enger zusammen und innerhalb kürzester Zeit wurden neue Verbindungen im Netzwerk geknüpft, damit Wissen schnell ausgetauscht werden kann und die Entwicklung innovativer Lösungen möglich und beschleunigt wird. Auch jetzt braucht dieser Prozess oft Ermutigung und Unterstützung durch Akteure wie beispielweise Clusterorganisationen, Inkubatoren, Technologietransferstellen, Förderagenturen und professionelle Beratungsdienstleister. Dabei lohnt es sich, gelegentlich die Technologieangebote zu screenen, die das WTZ Ost, das WTZ Süd oder der Invention Store vorstellen.

Danke!

Auch wenn jetzt ganz viel Aufmerksamkeit auf das Eindämmen der Pandemie gelenkt werden muss, die sonstigen Krankheiten sind dadurch nicht verschwunden. Unser Dank gilt daher allen Herstellern lebenswichtiger Arzneimittel und Medizinprodukte. Auch die Teams von Unternehmen wie Boehringer Ingelheim, der Novartis-Gruppe, MED-EL, Octapharma, Ottobock, Pfizer u.v.m. leisten Großartiges in Österreich und andernorts und stellen die Versorgung sicher! Besonders bedanken wollen wir uns außerdem nicht nur bei der Life Sciences Community, sondern bei den Beschäftigten im Gesundheitswesen, die jetzt ihre eigene Gesundheit riskieren, um Leben zu retten - allen voran das Krankenpflegepersonal und die Ärztinnen und Ärzte, sowie allen anderen Menschen, die daran beteiligt sind, die mit COVID-19 verbundene Krise in den Griff zu bekommen.

Ihr Life Sciences Unternehmen mit Sitz in Österreich bzw. Ihre Forschungseinrichtung verfolgt hinsichtlich COVID-19 auch wichtige Ansätze in Österreich oder entwickelt / produziert hier Produkte? Bitte kontaktieren Sie uns unter news(at)LISAvienna.at und lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir das in diesen Beitrag aufnehmen können. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme! Die Unterstützungsangebote für Unternehmen jeder Größe, NGOs u.v.m. sowie thematisch passende Förderangebote fassen wir auf einer extra Seite für Sie zusammen.